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Kultur
Montag, 24. September 2018 15° 3

Musik

Blues-Verwandte: Charlie Musselwhite und Ben Harper

Zusamen haben sie schon einen Grammy gewonnen. Jetzt legen Gitarrist und Sänger Ben Harper und Blueslegende Charlie Musselwhite nach.

Vereint im Zeichen des Blues: Ben Harper und Charlie Musselwhite. Foto: Dan Monick
Vereint im Zeichen des Blues: Ben Harper und Charlie Musselwhite. Foto: Dan Monick

Berlin.Dies ist eine Verbindung, die von einem Gott gestiftet wurde. Kein Geringerer als der große, 2001 verstorbene John Lee Hooker soll die beiden Blues-Musiker Charlie Musselwhite und Ben Harper vor langer Zeit zusammengebracht haben.

Die erste Single der beiden hieß „Burnin' Hell“. Die zwei blieben in Kontakt, und brachten 2013 das Album „ Get Up!“ heraus, das prompt Platz 1 der Billboard Blues Charts erobern konnte und mit einem Grammy für das Beste Blues Album ausgezeichnet wurde.

Keine schlechte Bilanz, und jetzt darf man sich auf die neue Kooperation von Harper und Musselwhite freuen. „No Mercy In This Land“ (Anti/Epitaph) haben die beiden ihr zweites gemeinsames Album genannt, und wenn man aus diesem Titel einen Kommentar zur Lage der USA in Zeiten von Trump heraushört, liegt man sicher nicht ganz falsch. Obwohl die beiden Blues-Verwandten keine explizit politischen Songs aufgenommen haben, klingt doch eine gehörige Portion Verzweiflung und Sarkasmus aus diesen Songs heraus: „These days I speak in whispers/ Travel only to und fro/ Come close you'll see the red/ Of a well bitten tongue“.

Dabei ergehen sich Harper und Musselwhite nicht in Selbstmitleid, sondern haben zehn perfekt arrangierte und produzierte Blues-Nummern aufgenommen, denen so gar nichts Nostalgisches anhaftet. Die elektrisch verstärke Mundharmonika von Musselwhite - sein Markenzeichen seit Ewigkeiten - kommt immer wieder schön zum Tragen, vielleicht am Innigsten und Intensivsten im letzten Song „Nothing At All“, der noch einmal alles zusammenbringt, was diesen Blues-Heroen auszeichnet. „It's a condition of the heart“ heißt es an anderen Stelle. Den Blues muss man im Herzen haben. Musselwhite und Harper können davon mehr als ein Lied singen.

Im April kann man Ben Harper und Charlie Musselwhite live in Deutschland erleben. Tourtermine: 10.04. Berlin, Huxleys; 11.04. Köln, Live Music Hall

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