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Brisante Domspatzen-Revue kommt ins Kino

„Schlafe mein Prinzchen“ handelt von Gewalt und glockenhellem Gesang. In Regensburg ist die Inszenierung ab 5. März zu sehen.

Eine Szene aus „Schlafe, mein Prinzchen“ von Franz Wittenbrink: Das Regensburger Ostentor-Kino zeigt die Revue im März auf Großleinwand. Foto: Barbara Braun/MZ-Archiv
Eine Szene aus „Schlafe, mein Prinzchen“ von Franz Wittenbrink: Das Regensburger Ostentor-Kino zeigt die Revue im März auf Großleinwand. Foto: Barbara Braun/MZ-Archiv

Regensburg.Schönster Gesang, wunderbare Kirchenmusik und gleichzeitig sadistische Gewalt und sexueller Missbrauch: Franz Wittenbrink lässt in seiner Revue „Schlafe, mein Prinzchen“ erleben, was es heißt, vom Höchsten und Reinsten zu singen und dabei Lüsternheit und Sadismus ausgesetzt zu sein. Seine Inszenierung, die 2015 am Berliner Ensemble Premiere hatte, gibt einen gnadenlosen Blick auf das, was unter dem Deckmantel des „Pädagogischen Eros“ mit minderjährigen Schülern in kirchlichen wie reformpädagogischen Institutionen passiert ist. Bis heute erschüttern Übergriffe und Missbrauch bei den Domspatzen und an der Odenwald-Schule die Öffentlichkeit. Jetzt kommt die Inszenierung ins Kino.

Ein Ausschnitt aus der Berliner Inszenierung auf Video.

Franz Wittenbrink nähert sich dem Thema aus der Sicht und der Gefühlswelt der Kinder. Er war selbst Domspatz, trat im Alter von neun Jahren in das Musikinternat ein. Nach dem Abitur rebellierte er gegen sein konservatives Umfeld; er studierte Soziologie und war Mitbegründer des KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland). Doch die Musik ließ ihn nicht los, er spielte in einer Band, arbeitete als musikalischer Leiter und inszenierte zahlreiche legendäre Liederabende, etwa am Schauspielhaus Hamburg, an den Münchner Kammerspielen und am Burgtheater Wien.

Nach dem Film: ein Gespräch mit Domspatzen

Wittenbrinks Revue „Schlafe, mein Prinzchen“ ist im März auf großer Leinwand zu sehen. Das Filmtheater Sendlinger Tor in München zeigt die Theateraufzeichnung aus dem Berliner Ensemble am Dienstag, den 1. März (20.30 Uhr). Im Anschluss an die Vorführung (105 Minuten) diskutiert der Regisseur und musikalische Leiter Franz Wittenbrink mit ehemaligen Domspatzen, mit Schauspielern und dem Publikum.

Eine Szene aus der Berliner Inszenierung von „Schlafe, mein Prinzchen“: In Regensburg ist die böse Revue von Franz Wittenbrink Anfang März im Ostentor-Kino zu sehen. Foto: Barbara Braun/MZ-Archiv
Eine Szene aus der Berliner Inszenierung von „Schlafe, mein Prinzchen“: In Regensburg ist die böse Revue von Franz Wittenbrink Anfang März im Ostentor-Kino zu sehen. Foto: Barbara Braun/MZ-Archiv

Im Regensburger Ostentor-Kino ist „Schlafe, mein Prinzchen“ an zwei Terminen zu sehen: am Samstag, 5. März, 15 Uhr, und am Sonntag, 6. März, 13 Uhr. Auch in Regensburg ist ein Publikumsgepräch geplant: mit ehemaligen Domspatzen, Buchhändler Peter Hartung sowie Schüler- und Elternvertretern des Dompatzen-Gymnasiums.

Ein heiterer Abend der Züchtigung: Die MZ-Kritik zur Domspatzen-Revue

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