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Literatur

Buchmesse: Norwegen ist Gastland

Ab 15. Oktober geht es in Frankfurt wieder ordentlich rund. Hörbücher, bewegte Bilder und Virtual Reality bekommen mehr Raum.
Von Sandra Trauner

Erstmals schafft die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr einen eigenen Bereich für Hörbücher oder Podcasts. Foto: Sven Hoppe/dpa
Erstmals schafft die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr einen eigenen Bereich für Hörbücher oder Podcasts. Foto: Sven Hoppe/dpa

Frankfurt.Die Norweger kommen. Mit dem Zug. Inklusive Prinzessin. Das macht dem diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse so schnell keiner nach. Wenn alles läuft wie geplant, rollt zur Eröffnung am 15. Oktober am Frankfurter Hauptbahnhof der „Literaturzug“ ein. An Bord: Kronprinzessin Mette-Marit und zwei Dutzend der bekanntesten Autoren ihres Landes.

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    Erwartet werden unter anderem TV-Moderator Thomas Gottschalk, Wald-Experte Peter Wohlleben, Krimi-Autorin Nele Neuhaus und Klimaaktivistin Luisa Neubauer. 50 Jahre nach der deutschen Veröffentlichung gibt es ein „Herr der Ringe“-Event.

An die 100 norwegische Schriftsteller wollen bis 20. Oktober zur Buchmesse kommen, weiß Margit Walsø, Direktorin von Norwegian Literature Abroad. Zu den Gästen zählen Krimiautor Jo Nesbø, Maja Lunde („Die Geschichte der Bienen“) oder Erik Fosnes Hansen („Choral am Ende der Reise“). 250 Bücher aus Norwegen werden 2019 ins Deutsche übersetzt.

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Sebastião Salgado schöpft wieder Hoffnung

Als Fotograf hat er Massaker, Kriege, Elend und Ausbeutung miterlebt - und ist darüber fast an der Menschheit verzweifelt. Als Naturschützer schöpfte er neuen Mut. Auf der Frankfurter Buchmesse wird Sebastião Salgado nun mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Der Gastland-Auftritt steht unter dem Motto „Der Traum in uns“. Wie der Pavillon aussieht, ist noch geheim. Die Norweger wollen „imaginäre Geografie der norwegischen Literatur“ zeichnen, deutet Walsø an. Kein Geheimnis ist die Rednerliste bei der Eröffnungsfeier: Neben Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg werden Karl-Ove Knausgård und Erika Fatland als literarische Redner sprechen.

Das Gastland genießt stets die größte Aufmerksamkeit, ist aber nur ein Teil der Buchmesse. Insgesamt erwartet Buchmessen-Direktor Juergen Boos etwa 7500 Aussteller aus 150 Ländern in Frankfurt. Damit läge die Messe auf Vorjahresniveau. Der Ticket-Vorverkauf laufe sogar besser, hatte Boos schon im September gesagt. 2018 waren an den fünf Messetagen mehr als 285 000 Besucher gekommen.

Literatur

Die Nominierten für den Buchpreis

Sechs Romane stehen zur Auswahl, drei davon sind von Autoren unter 30. Sie interessiert vor allem das Thema Männlichkeit.

Verlage sind hoffnungsvoll

Die Messe ist inzwischen so divers, dass man kaum noch einen Schwerpunkt ausmachen kann. Das ist durchaus gewollt: „Wie ein Brennglas bündelt die Frankfurter Buchmesse die großen Themen der Gegenwart“, sagt Boos. Wichtig ist ihm, dass von der Buchmesse auch ein gesellschaftliches Signal ausgeht. Eine ganze Reihe von Kampagnen und Veranstaltungen haben den Kampf um die Meinungsfreiheit im Blick.

Ein weiteres Thema: die Erweiterung des Erzählens. Bewegte Bilder bekommen mehr Raum, virtuelle Realität und künstliche Intelligenz werden erstmals breiter behandelt. Dafür wird das Frankfurter Festival „Biennale des Bewegten Bildes“ in den Messebereich „The Arts+“ integriert. Zu sehen sind 360-Grad-Ausstellungen, Erlebnisse mit VR-Brillen und experimentelle Digital-Kunst. Ein weiterer Trend sind Audio-Produkte. Erstmals hat die Messe für Hörbücher oder Podcasts einen eigenen Bereich geschaffen.

Literatur

Literaturtage in Klagenfurt eröffnet

Autoren wollen sich bei Tagen der deutschsprachigen Literatur den Bachmann-Preis sichern. Zuvor erhalten sie eine Warnung.

Anders als in den Vorjahren gibt es aktuell hoffnungsvolle Signale für Buchhändler und Verlage: Zum ersten Mal seit 2012 ist die Zahl der Buchkäufer in Deutschland wieder gestiegen. Kauften 2017 noch 29,6 Millionen Menschen mindestens ein Buch im Jahr, waren es 2018 bereits wieder 29,9 Millionen. Auch das laufende Jahr sei erfolgreich gestartet, sagt der Hauptgeschäftsführer des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis: Der Umsatz stieg bis August 2019 um 2,9 Prozent. „Der Funke hat die Glut zum Lodern gebracht“, sagte Skipis. „Für den Rest den Jahres sind wir sehr optimistisch.“

Lesefest in der ganzen Stadt

Damit der Trend sich fortsetzt, will die Messe „Zukunftsthemen“ fest im Blick behalten: neue Technik, neue Vermittlungsformen, neue Lesergruppen. Für Anbieter technischer Lösungen wurde eine „Start-Up Area“ ins Leben gerufen. Es gibt Foren für „Bookstagrammer“, „Buchblogger“ und „BookTuber“. Jugendliche bekommen ein eigenes Areal für die „New Generation“.

Noch stärker als in den Vorjahren drängt die Buchmesse in die Frankfurter Innenstadt. Unter dem Titel „Bookfest“ tritt die Messe neuerdings selbst als Veranstalter auf. 30 Veranstaltungen finden auf der Messe, 50 außerhalb statt. Unter anderem sind Ken Follett, Margaret Atwood und Elif Shafak dabei. Das städtische Lesefest „Open Books“ ist so groß wie nie: 172 Veranstaltungen mit 240 Autoren an rund einem Dutzend Orten. Eines der Highlights: Sportlegende Dirk Nowitzki stellt im Schauspiel seine Biografie vor.

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