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Bücherfreunde stürmen die Buchmesse

Die Bücherfans sind am Samstag zu Zehntausenden auf die Leipziger Buchmesse geströmt. Die Messehallen waren rappelvoll, oft ging in den Gängen nichts mehr.

Messebesucher strömen auf die Buchmesse Leipzig. Vom 14. bis 17. März präsentieren sich auf der Messe über 2000 Verlage aus 43 Ländern mit ihren Neuerscheinungen. Foto: Jan Woitas/dpa

Leipzig. Die Leipziger Buchmesse ist am Samstag von Zehntausenden Besuchern nahezu überrannt worden. Die Messehallen waren übervoll. Es wurden „Einbahnstraßen“ eingerichtet, um die Besucherströme zu leiten. Messe-Direktor Oliver Zille zeigte sich über den Ansturm erfreut. „Es ist ein großes psychologisches Element: Auf einer Publikumsmesse muss auch was los sein“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Die Messe gilt als erster großer Stimmungstest des Jahres für die Buchbranche. Dort herrschte nach einem starken Jahresbeginn Zuversicht. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kletterten die Umsätze um 1,7 Prozent. 2012 hatte die Branche rund 9,6 Milliarden Euro umgesetzt.

Die Leipziger Buchmesse hat bis zum Sonntag geöffnet. Nach Frankfurt/Main ist sie die zweitgrößte Bücherschau in Deutschland. Zilles Bilanz fiel einen Tag vor Messeende positiv aus: Das kalte, trockene Winterwetter habe sehr viel Publikum auf die diesjährige Messe gebracht. Am Freitag, zur Halbzeit, hatte die Messe von 64.000 Besuchern gesprochen. Das waren genauso viele wie 2012. Das Interesse an Büchern, so schien es, ist ungebrochen.

An den ersten beiden Messetagen waren zahlreiche Schulklassen auf dem Gelände, am Wochenende zog der Comic- und Mangaschwerpunkt viele kostümierte Jugendliche an. „Man muss das aber relativieren: Von den mehr als 160.000 Besuchern, die wir letztes Jahr hatten, waren 25.000 Schüler und 8000 Kostümierte“, sagte Zille. „Es ist nicht Teil des Konzepts, Schüler über die Messe zu jagen, um die Besucherzahlen nach oben zu treiben.“ Das habe die Leipziger Buchmesse auch überhaupt nicht nötig. Sie richtet sich in besonderem Maße an das Publikum - auch mit dem Begleitprogramm „Leipzig liest“, dem größten Lesefestival Europas. Dabei luden in diesem Jahr 2900 Mitwirkende und Autoren zu rund 2800 Veranstaltungen ein.

Der griechische Schriftsteller Christos Ikonomou sagte in einem dpa-Gespräch auf der Buchmesse, er befürchte, dass sich die sozialen Spannungen in seiner Heimat in Gewalt entladen könnten. „Das Land ist schon jetzt gespalten, viele Menschen rücken an die politischen Ränder“, sagte der 42-Jährige. Bleibe es bei dem diktierten strikten Sparkurs, dann wisse er nicht, wie die Stimmung sich entwickeln werde. Ikonomous Kurzgeschichtenband „Warte nur. Es passiert schon was“ ist soeben auf Deutsch erschienen (C.H. Beck Verlag). (dpa)

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