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Vokalensemble

Cantabile singt Dreikönigs-Konzert

Zwei Uraufführungen und Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfram Buchenberg und Anton Bruckner begeistern das Publikum.
Von Michael Scheiner

Das Vokalensemble Cantabile stellt an Dreikönig ein anspruchsvolles Konzertprogramm vor. Foto: Scheiner
Das Vokalensemble Cantabile stellt an Dreikönig ein anspruchsvolles Konzertprogramm vor. Foto: Scheiner

Regensburg.Man möge verzeihen, lenkte Chorleiter Matthias Beckert die Aufmerksamkeit auf die Uraufführung von Zsolt Gárdonyis „Stille Nacht“, dass „wir das Weihnachtslied erst heute“ aufführten. Die Mitglieder des Vokalensembles Cantabile hätten Weihnachten bei ihren Familien verbracht, aber jetzt „bei unserem Dreikönigskonzert“ könnten die Zuhörer „ja vielleicht die weihnachtliche Stimmung nachschwingen lassen.“ Sie konnten und quittierten die feinfühlige Gestaltung des eher neu arrangierten, denn in einem nachkomponierten Tonsatz gestalteten traditionellen Weihnachtsliedes am Ende mit viel Applaus.

Schmerzlich schön und schwingend

Seit einigen Jahren stellt das Regensburger Vokalensemble unter seinem professoralen Leiter an Dreikönig ein anspruchsvolles Konzertprogramm vor. Neben der Neuinterpretation des ungarisch-deutschen Komponisten sang der Chor mit einem „Ave Maria“ von Hans Schanderl eine weitere Uraufführung im überwiegend modern gehaltenen Programm. Der Berliner Komponist, gebürtiger Regensburger, der auch für Stimmwerck Werke geschrieben hat, hat das Gebet für achtstimmigen Chor gesetzt. Die Stimmen sind dabei so eng geführt, dass der Eindruck eines dissonanten Klangs entsteht. Das ehrfurchtsvolle Flehen wurde bei Cantabile zu einem weichen Gruß voll zarter Spiritualität. Mit Anton Bruckners beinahe schmerzlich schöner, schwingender Interpretation und Franz Biebls „Ave Maria (Angelus Domini)“, beide siebenstimmig, gehörten zwei weitere Versionen zum ansprechenden Nachmittagskonzert. Ebenfalls in zwei verschiedenen Tonsprachen war ein weiteres Marien-Lied, das russische „Bogorodice Devo“ von Sergej Rachmaninov und von Arvo Pärt, zu erleben.

Gewohnt straff und dennoch feinfühlig

Sowohl beim kräftig jauchzenden Einstieg, „Jauchzet dem Herrn“, wie beim erhaben strahlenden Ende des hervorragend gesungenen und klanglich feinst nuancierten Konzertes mit „Richte mich, Gott“ setzte Leiter Beckert mit Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy kraftvolle Akzente. Seinen Chor führte er gewohnt straff und dennoch feinfühlig durch jegliches, auch schwieriges vokales Gelände. Einen festen Platz bei Cantabile-Auftritten haben auch Werke von Wolfram Buchenberg und Anton Bruckner, von dem noch das im Nichts verschwindende „Locus iste“ für vierstimmigen Chor für mystisch aufgeladene Stimmung sorgte.

Buchenbergs „Dum medium silentium“ für gemischten Doppelchor scheint wie aus einem Nebel zu kommen und lässt selbst das Umblättern der Noten nach zartesten Pianissimo-Passagen zu einer geräuschvollen Profanität werden. Das auch von Buchenberg achtstimmig arrangierte Volkslied „Aber Heidschi Bumbeidschi“ und Josef Rheinbergers Abendlied „Bleib bei uns“ schlossen das freudig beklatschte Dreikönig-Konzert als Zugaben stimmungsvoll ab.

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