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Musik

Chorklang mit feinen Jazz-Elementen

In St. Wolfgang erlebten Zuhörer ein ungewöhnliches Konzert.
Von Claudia Böckel

Die jungen Regensburger Sänger und die Sopranistin Cathrin Lange harmonierten gut.Foto: Michael Vogl
Die jungen Regensburger Sänger und die Sopranistin Cathrin Lange harmonierten gut.Foto: Michael Vogl

Regensburg.Die Anregung zu diesem Konzert kam vom Bastian Walcher Quartett aus Augsburg, einer Formation, die zur Zeit neben Jazz auch auf weihnachtliche Barockarien mit der Sopranistin Cathrin Lange setzt und alles mit einer kräftigen Prise Swing, Latin und Pop würzt. Im privaten Umfeld der Musiker finden sich ein paar Domspatzen. Und so kam es zu einer Anfrage, ob man denn ein gemeinsames Konzert machen könne.

Von Seiten der Domspatzen war man da sehr offen, erzählt Bastian Walcher, und schickte den Nachwuchschor unter Leitung von Kathrin Giehl. Mit dem Pianisten und Arrangeur Walcher kamen Jörg Hartl, Trompete, Andreas Bauer, Bass, und Joachim Holzhauser, Schlagzeug und Vibraphon. Die in rotes Licht getauchte Kirche St. Wolfgang war ein passender Rahmen für das Konzert, das sich in sechs inhaltlichen Abschnitten auf den Weg in Richtung Weihnachten machte – von der Dunkelheit ins Licht.

Mit einer Improvisation zum lateinischen Hymnus Conditor alme sederum begann das Konzert, Arpeggien am Klavier, darüber der Choral als Bläser-Vokalise. Domspatzen-Solisten stellten den Choral im Original vor, der im Advent zur Vesper gesungen wird, grundiert von Klavierklängen. Das nimmt ein wenig die Ernsthaftigkeit aus dem gregorianischen Choral. Ein vierstimmiger Satz von Johann Stadlmayer über dieses „Gott, heiliger Schöpfer aller Stern“ folgte, der Chor war bestens vorbereitet und wurde von Kathrin Giehl umsichtig geleitet. Angehängt dann wieder eine Improvisation wie zu Beginn. Mit den Domspatzen musizierten ein kleines Streicherensemble und ein Pianist. Moderne Sätze von John Michael Trotta, John Rutter, von dem Norweger Ola Gjeilo, von Steffi Rösch und Andreas Karg, extra für die Domspatzen komponiert, überzeugten in Chorklang und Interpretation. Sopranistin Cathrin Lange sang einige der berühmtesten Arien Händels, umspielt und unterbrochen von Jazz-Elementen. Das passte oft gut, nur manchmal wirkte es wie Barockmusik mit Weichspüler. Volksliedsätze interpretierte man auch zusammen und beschloss das festliche und berührende Konzert mit einem feurigen Adeste fideles.

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