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Country-Nachwuchs steht bereit

Die deutsche Country-Music-Szene hat mehr Nachwuchs als gedacht. In Berlin kommen die Musiker am Wochenende zusammen.
Von Günther Chalupa, dpa

Die deutsche Countrysängerin Jenny Bright wird am kommenden Wochenende in Berlin dabei sein.
Die deutsche Countrysängerin Jenny Bright wird am kommenden Wochenende in Berlin dabei sein. Foto: Franziska Moosmann/Jenny-bright.com/dpa

Berlin.Was haben München, der Schwarzwald, der Taunus und das Erzgebirge gemeinsam? Richtig - dort reift der Nachwuchs der deutschen Country Music heran. Hatte die Szene zuletzt noch über Nachwuchsmangel geklagt, scheinen diese Sorgen plötzlich wie weggeblasen. Schon am kommenden Wochenende wollen sich die neuen Stars ein Stelldichein beim Internationalen Country Music Meeting in Berlin geben, um ihren Platz neben den etablierten Bands und Stars zu suchen. „Wir freuen uns riesig auf den Nachwuchs, neue und junge Leute sind uns wichtig“, sagt Organisator Frank Lange. „Von den 70 Acts aus zwölf Nationen, die wir von Freitag bis Sonntag sehen und hören, sind fast zwei Drittel Musiker, die wir hier noch nie hatten.“

„Und ich freue mich riesig auf Berlin und auf die Gelegenheit, andere Künstler zu hören und kennenzulernen“, sagt Jenny Bright. Die 16-Jährige aus dem Schwarzwald ist eines der größten Talente und zugleich die jüngste Nachwuchskraft. Die Schülerin hat sich dem Country Pop verschrieben, ganz wie ihr großes Vorbild Taylor Swift. „Aber die Taylor Swift aus den frühen Jahren“, betont sie, denn ihr Idol hat sich inzwischen vom Country Pop weggesungen. Rechtzeitig zum Meeting hat Jenny ein Mini-Album mit eigenen Songs zusammengestellt, die sie in ihrer Freizeit abseits vom Schulischen selbst komponiert: „Airplanes at Night“, „Our Jive“ oder „Cup of Tea“.

„Wir leben für die Musik“

Eigene Songs bringt auch das Duo May and June aus München. Die beiden jungen Damen, seit 2014 gemeinsam auf der Bühne, haben bereits den Weg nach Nashville, Mekka der Country Music, gefunden, um sich dort musikalische Anregungen zu holen. Diese sind auf einer neuen CD für Berlin zusammengefasst. Ein wenig klassisches Country, ein wenig Bluegrass (June) - die Mischung bringt Stimmung. „Wir leben für die Musik“, verrät May. „Und auf Berlin freuen wir uns wahnsinnig.“

„Eher ein Intensivhobby“ ist die Country Music für Ann Doka, den Star aus dem Taunus. Zuletzt holte sie im Dezember den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2014 in der Kategorie Beste Country Sängerin, wiederholte damit ihren Erfolg von 2012. Auch sie komponiert leidenschaftlich gerne. „Ich bin aber sehr wählerisch, verwerfe sehr viel“, verrät sie einen Hang zur Perfektion. „Could’ve been mine“ lautet der Titel ihrer neuen CD, eine Mischung aus New Country und Country Pop, mit der sie zum Meeting kommt.

Auch Klassisches im Programm

Doch der Nachwuchs kann auch anders. „Wir bieten klassische Country Songs, viele davon aus den 50er und 60er Jahren“, sagt der 22-Jährige Kevin Thiele aus dem Erzgebirge, der mit seinen etwa gleichaltrigen Freunden als „Kevin Cash and the Cattlemens“ - Schreibfehler inklusive - auftritt. Und schon der Künstlername verrät, dass die Band viele Werke der Country-Legende Johnny Cash in ihrem Repertoire hat. Ihre erste CD „Gravel Road“ wollen sie in Berlin vorstellen.

In der Reihe der Talente darf der Name Jeffrey Backus nicht fehlen, der erst seit knapp drei Jahren auf der deutschen Country-Szene mitspielt. „Und das läuft ganz gut“, sagt er bescheiden. Dabei hat er schon zwei Country Music Awards in dieser Zeit eingeheimst. Der Sohn des bekannten Schlagersängers Gus Backus („Der alte Häuptling der Indianer“) spielte davor lange Zeit in Nashville, ehe er nach Landshut zurückkehrte. New Country - moderne Country Music ohne die klassischen Banjos und Fiddles - ist seine Leidenschaft, die auf dem neuesten Album „Beer, and Other Influences“ nicht zu überhören ist.

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