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Aktion

Dänen feiern Verhältnis zu Deutschland

Mit einem Kulturjahr feiern Dänemark und Deutschland ihre Verbundenheit. Das Verhältnis zwischen den Nachbarn ist gut.
Von Steffen Trumpf und

An der Fassade des Nationalmuseums ist das quadratische Logo „Tyskland“ der neuen Deutschland-Ausstellung zu sehen. Foto: Steffen Trumpf/dpa
An der Fassade des Nationalmuseums ist das quadratische Logo „Tyskland“ der neuen Deutschland-Ausstellung zu sehen. Foto: Steffen Trumpf/dpa

Kopenhagen.„Disziplin. Fortschritt. Macht“ steht auf dem riesigen Schild am dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen. Darüber ein Foto vom Mauerfall und eine quadratische Form, die unweigerlich an das Logo einer bekannten deutschen Schokoladenmarke erinnert. Der Schriftzug „Tyskland“ prangt in dem Quadrat – das dänische Wort für Deutschland. Das ist also das Bild, das die Dänen von ihrem südlichen Nachbarn zu haben scheinen: Deutschland, der große, disziplinierte Bruder im Süden mit der Vorliebe für Schokolade und der besonderen Geschichte.

30 Jahre nach dem Mauerfall leiten die beiden Länder nun ein kulturelles Freundschaftsjahr ein: Auf zahlreichen Veranstaltungen im Land des anderen wollen sie sich ihre Kultur gegenseitig noch ein Stück näherbringen und somit über die bereits eng verwachsene Grenzregion hinaus noch weiter zusammenfinden. Den Startschuss dafür geben die beiden Außenminister Heiko Maas und Jeppe Kofod heute in Kopenhagen. Zuvor weiht Dänemarks Königin Margrethe II. an dem Tag die große Tyskland-Ausstellung ein.

Über ein Jahr lang sollen sich die beiden Nachbarn näherkommen. Für beide ist das eine Chance zum Austausch – auch über Konzerte, gemeinsame Kunstprojekte und Museumsausstellungen hinaus. Während des Freundschaftsjahres soll nämlich auch gefeiert werden, dass man in einer politisch nicht immer einfachen Zeit einen verlässlichen Partner in der unmittelbaren Nachbarschaft hat.

Auf einer Wellenlänge

„Die deutsch-dänischen Beziehungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend entwickelt und sind heute so gut, eng und vertrauensvoll wie noch nie“, sagt der neue deutsche Botschafter in Dänemark, Detlev Rünger. Deutsche und Dänen seien gute Nachbarn, enge Handelspartner und in vielen internationalen Fragen wie etwa beim Klima auf einer Wellenlänge. Ähnlich sieht es die aus Hamburg stammende Leiterin des Goethe-Instituts in Kopenhagen, Bettina Senff. Sie sagt: „Aus norddeutscher Sicht ist Dänemark ein Land, das traditionell sehr positiv gesehen wird. Dänemark war immer so ein Lichtblick für uns, etwa in Sachen Toleranz und Freiheit.“

2020 sind auf beiden Seiten der Grenze Ausstellungen, Theaterstücke, Konzerte und Debatten geplant, die sich mit dem deutsch-dänischen Verhältnis auseinandersetzen. Allein in Schleswig-Holstein gibt es mehr als 60 Veranstaltungen. Im Königlichen Theater in Kopenhagen wird im Frühjahr Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ gezeigt, die Schmucksammlung des staatlich-dänischen Kunstfonds wird erst in München, dann in Köln ausgestellt.

Für die Dänen geht es dabei auch darum, sich über die Grenzregion und den Rest von Norddeutschland hinaus einen Namen zu machen. „Wir hoffen, dass wir einen größeren Teil von Deutschland erreichen können“, sagt der dänische Botschafter in Berlin, Friis Arne Petersen. Sein Land wolle die ganze Bandbreite der dänischen Kultur zeigen, darunter auch viele Angebote für die jüngere Generation. Dänemark sei viel mehr als bloß ein Urlaubs- und Strandland.

Gute Nachbarn

  • Minderheiten:

    So entstand einst im nördlichen Schleswig-Holstein die dänische Minderheit, der heute etwa 50 000 Menschen zugerechnet werden. Zur deutschen Minderheit nördlich der Grenze zählen etwa 15 000 Menschen.

Theater zur Historie

An der Grenze muss man das den Menschen nicht sagen – dort ist Dänemark allgegenwärtig. Mitglieder der Minderheiten fühlen sich als Deutsche und Dänen. „Ich bin beides“, sagt etwa die 18-jährige Stella Sina. Sie ist Schülerin am deutschen Gymnasium im dänischen Apenrade. Im Auftrag des schleswig-holsteinischen Landtags hat sie gemeinsam mit Lehrern und Mitschülern sowie Studenten der Uni Flensburg ein Theaterstück entwickelt, das sich mit der historischen Abstimmung von 1920, aber auch nationalen Tendenzen der heutigen Zeit auseinandersetzt – ein höchst aktuelles Thema.

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