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Kultur
Samstag, 24. Februar 2018 1

Ausstellung

Der Mann, der im Hintergrund bleibt

Das Donau-Einkaufszentrum in Regensburg zeigt noch bis zum 27. Januar die surrealen und provokativen Werke Oleg Kuzenkos.

Bis zum 27. Januar sind Kuzenkos Werke im DEZ zu sehen. Foto: Pfeifer

Regensburg. Überall in hat er seine bunten Fußspuren hinterlassen. Ob man es will oder nicht, irgendwann trifft man auf seine Bilder. Zum Beispiel am Regensburger Hauptbahnhof: Das runde Gebilde mit Abbildern berühmter Persönlichkeiten an der Decke stammt von ihm. Oleg Kuzenko heißt der Mann hinter den Gemälden, und dort fühlt er sich auch wohl – abseits vom Rampenlicht. Nun widmet ihm das Donaueinkaufszentrum eine Ausstellung. „Illusionen auf dem Weg ans Licht“ heißt der Querschnitt durch das Schaffen des Malers und ist noch bis zum 27. Januar im zweiten Stock des DEZ zu sehen. Am Dienstagabend war die Eröffnung.

Ausstellung bis zum Bersten gefüllt

Seit Jahren hatte er keine solche Ausstellung mehr gehabt, erzählt Kuzenko. Da wundert es nicht, dass die Ausstellungsräume zum Bersten gefüllt waren. Kuzenko selbst stand lieber seitlich an eine Wand gelehnt und hörte den Worten von Organisatoren, Politik und dem Kunsthistoriker Dr. Herbert Schneidler zu. Vors Publikum trieb es ihn nicht. Seine Bilder und kunstvollen Möbel sprechen auch so für ihn und bilden seine Gedankenwelt in kräftigen Farben ab. Manchmal erschlagen einen die neon-strahlenden Farben und brutale Kontraste fast, mal ziehen abstrakte Formen in die Werke hinein. Irgendwo zwischen Naturalismus, Surrealismus und Pop-Art.

Künstler Oleg Kuzenko konnte sich auch im Neuen Rathaus verwirklichen. Foto: Stadt/Peter Ferstl

Am besten erklärt sich seine Kunst, wenn er über seine Vergangenheit erzählt. Oleg Kuzenko ist erst seit 24 Jahren in Regensburg. Geboren wurde er 1955 in Priluki, in der Ukraine. Aufgewachsen ist er mit der Sowjetunion. „Ich bin in einem Land großgeworden, wo alles umgedreht war, umgekippt, von Kopf auf Fuß,“ erzählt er. Diese Erfahrungen haben seine Werke geprägt. Und tatsächlich sind seine Motive, Menschen, Tiere, Objekte sehr realistisch gemalt. Und doch wirken die Bilder surreal – die Perspektive ist verschoben, Farben sind unecht, die Größenverhältnisse stimmen nicht, manchmal löst sich das Bild in Formen auf, wie zweidimensionale Kollagen.

Kuzenko will provozieren

Mit seinen Bildern will er auch immer etwas provozieren. Es sind kritische Bilder zu Armut, Krieg, Vollverschleierung und Großkapital. Dass direkt im Hintergrund die Logos der Geschäfte aufleuchten, ist natürlich ironisch. Dessen ist sich Kuzenko bewusst. „Aber ich bin nicht so arrogant und denke ich bin ein großer Künstler. Empfindlich bin ich auch nicht.“ Er sieht die Ausstellung im Einkaufszentrum eher als Möglichkeit, Tausende Menschen erreichen zu können, wenn auch nur im Vorbeigehen. (mda)

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