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Die deutsche Manga-Königin kehrt zurück

Christina Plaka wurde mit „Prussian Blue“ in der Manga-Welt zum Star. In Leipzig konnten sie Fans auf der Cosplay-Messe am Wochenende hautnah erleben.

Christina Plaka Foto: Straßer

Leipzig. Am Wochenende stürmen die Cosplayer endgültig das Messegelände. Ihr Ziel: Halle 2 – die „Manga-Halle“. Zwar müssen die Besucher erst an den Ständen der Schul- und Lehrbuchverlage vorbei, aber dahinter beginnt ein Comic-Wunderland.

Wer hier etwas gelten will, hat sich in Schale geworfen: hellblaue Perücken, gelbe Umhänge, weitschwingende Reifröcke, riesige Hüte. Auffallen ist schwierig – oder man kommt in schwarz-weißer Bluse, Jeans und Turnschuhen. So wie Christina Plaka. 2002 wurde sie in der Manga-Welt zum Star. Denn sie war die erste deutsche Mangaka. Ihre Serie „Prussian Blue“ war ein Mega-Erfolg. In der ersten Daisuki, die bei Carlsen erschien, ist sie vertreten. Die Fans stürmten bei Signierstunden ihren Stand, wollten sie berühren.

Mit der zweiten Serie kam der Einbruch. Die süße Boygroup aus „Prussian Blue“ war passé, stattdessen regierte in „Yonen Buzz“ der Punk. Das Mainstream-Publikum ging nicht mit. Plaka folgte trotzdem ihren Interessen. Auch mit ihrem neuen Buch verfolgt sie ihren eigenen Weg. „Kimi he – Worte an dich“ ist eine sehr persönliche Geschichte über eine unerfüllte Liebe zu einem Pfarrerssohn, den Plaka in einer japanisch-orthodoxen Kirche in Kyoto kennenlernte. Zwei Jahre lebte die Manga-Zeichnerin in Kyoto und absolvierte ein Aufbaustudium an der Seika-Universität. „Kimi he“ entstand als Abschlussarbeit für einen Master im Mangazeichnen. Nach der Katastrophe von Fukushima verlies sie das Land, ohne nochmals mit dem Pfarrerssohn gesprochen zu haben. Plaka beschloss „Kimi he“ zu zeichnen, sozusagen als letzte Botschaft.

„Kimi he“ ist kein Manga. Plaka hat die westliche Leserichtung von links nach rechts gewählt und mit Bleistift gezeichnet. Die Panels haben keine Rahmen. Es gibt keine Sprechblasen. Dieser Stil habe mehr der Erzählweise eines Tagebuchs entsprochen, erklärt Plaka. Gefühle wollte Plaka verarbeiten. Jetzt startet sie vielleicht als Zeichnerin neu durch.

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