mz_logo

Kultur
Dienstag, 22. Mai 2018 25° 2

Musik

Die groovende Weisheit der Beady Belle

Mitreißende Musik bis zur letzten Nummer: Beady Belle packte das Regensburger Jazzclub-Publikum mit einer superben Mischung.
Von Susanne Wiedamann

Die norwegische Sängerin Beady Belle alias Beate S. Lech kam beim Regensburger Jazzclub-Publikum enorm gut an. Foto: Wiedamann

Regensburg.Sphärische Klänge, funkige Sounds, kantige Rhythmen, packender Sprechgesang – schon der Auftakt der norwegischen Band Beady Belle mit „Mooring Line“ am Donnerstagabend im Leeren Beutel zieht das Publikum in seinen Bann. Beady Belle, die 44-jährige Sängerin Beate S. Lech, lässt gleich hören, was für ihre Songs maßgeblich ist: kluge, fein formulierte Lyrics, mitreißende Rhythmik, eingängige Melodien, tanzbare Musik, die die Seele berührt und in die Glieder fährt.

Ein Video von „Out of Orbit“ aus dem neuen Album „Dedication“ sehen Sie hier.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung ihres achten Studioalbums „Dedication“ ist die skandinavische Formation im Jazzclub Regensburg zu Gast, um die neuen Songs zu präsentieren, aber auch einige alte von „Beady Belle“, wie den unglaublich schönen Song „Dear hope“ mit Gospel-Anklängen aus dem letzten Album „On my own“ oder das aus der Anfangszeit stammende Liebeslied „Closer“.

Zwei Stunden Kurzweil

Das Publikum erwartet an diesem Abend ein abwechslungsreicher Mix aus Electric Jazz, Funk, R & B, Synthesizer-getriebenem Pop bis hin zu Disco-Grooves. Über zwei Stunden kommt keine Langeweile auf. Mit ihrer kraftvollen, samtigen Soul-Stimme ist Sängerin und Songschreiberin Beate S. Lech der Dreh- und Angelpunkt von Beady Belle – so sehr, dass sie auch persönlich unter dem Bandnamen firmiert: Die schmale Frontfrau mit der Löwenmähne ist Beady Belle.

Auch die Band ist vom Feinsten: Band-Mitbegründer und Ehemann Marius Reksjø liefert ein starkes Bass-Fundament, Drummer Bjørn Sæther zeigt, dass er quer durch die Genres den jeweils richtigen Schlag draufhat, und Keyboarder David Wallumrød darf in etlichen Solo-Passagen und Intros glänzen. Er lässt seine Keyboards, Synthesizer und nicht zuletzt die Hammond Orgel in wirbelnden Klangkaskaden oder ätherisch wirkenden Akkorden und Melodien brillieren und beeindruckt auch noch als pfeifender Tastenvirtuose. Wallumrød ist klar die zweite Hauptfigur in diesem Quartett. Sein virtuoses Spiel quittiert das Publikum mit kräftigem Zwischenapplaus.

Beady Belle

  • Gründung:

    Die norwegische Band wurde um die Jahrtausendwende von der Sängerin Beate S. Lech und Bassist Marius Reksjø gegründet. Die Besetzung von Beady Belle hat sich im Lauf der Jahre stark gewandelt. Mal tritt die Formation als Quartett, mal als Sextett auf.

  • Sängerin:

    2001 erschien Beate S. Lechs viel beachtetes Debütalbum „Home“ beim Label „Jazzland“. Es folgten sechs sehr erfolgreiche Alben, unter anderem mit Gästen wie Jamie Cullum und India.Arie, und zuletzt im April 2018 das achte Album „Dedication“.

Beady Belle macht Musik pur. Kaum Ansagen, kaum Morderation. Die marionettengleichen, eckigen Tanzbewegungen von Beady Belle sind die einzige Show. Das Konzert ist dramaturgisch schlau komponiert: Harter, perkussiver Funk, sensible Balladen und mitreißender Pop wechseln sich ab. Die Musiker – vor allem Beate Lech und David Wallumrød – dürfen sich als Virtuosen beweisen.

Beruhige die Angst

Beachte S. Lech mit Schlagzeuger Bjørn Sæther (l.) und Bassist Marius Reksjø (r.) Foto: Wiedamann

Die stimmgewaltige Beate Lech beeindruckt doppelt, als Vokalistin und als Schreiberin der intelligenten Texte. Beady Belle erzählt vom Leben, vom Überleben, Kämpfen, Sich-Behaupten – besonders eindrucksvoll in „Hold your breath“. „Keep on swimming“, singt sie, auch wenn das Wasser bis zum Hals steht. „Cool the panic, chill the fear“, macht sie Menschen in schwierigen Lebenslagen Mut.

Auch im Titelsong der CD „Dedication“ geht es um das, für das es sich zu kämpfen lohnt: den Triumph oder nur einen Moment des Glücks. Beady Belle, das ist groovende Weisheit. Da ist ein Morgen aus Lachen und ein Abend aus Tränen, singt sie in dem herrlich kraftvollen Funk-Stück „Traces“. Beim Publikum kam diese Mischung glänzend an. Zwei Zugaben waren den Regensburgern da eher zu wenig.

Weitere Kulturnachrichten gibt es hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht