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Regensburg

Die Klaviatur

Wer sich zu einem Konzert von Gregor Meyle aufmacht, sollte einen Vorrat an Taschentüchern dabei haben.
Von Angelika Lukesch

Gregor Meyle intonierte seine größten Hits. Foto: Jens Niering
Gregor Meyle intonierte seine größten Hits. Foto: Jens Niering

Regensburg.Denn dieser Künstler spielt auf der Klaviatur der Gefühle wie kaum ein anderer der aktuellen deutschen Sänger. Rund 600 Fans waren in das Audimax gekommen, um Gregor Meyles Gefühlsachterbahn mit dem Titel „Hätt auch anders kommen können“ zu genießen.

Die Spezialität des Backnanger Singer-Songwriters sind die traurigen, schwermütigen und nachdenklichen Texte, die Gerüst liefern für Melodien und Instrumentenarrangements, die ans Herz gehen sollen. Nicht ohne Stolz erzählte Gregor Meyle, dass er in Stefan Raabs Auge eine Träne entdeckt habe, als er seinen Song „Soll ich dich befreien?“ intoniert habe. Das sei geschehen im Rahmen der Gesangs-Castingshow SSDSDSSWEMUGABRTLAD („Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf!“), die im Jahr 2007 stattfand und bei der Gregor Meyle den 2. Platz belegt hatte. Meyles Teilnahme an der von Vox ausgestrahlten Sendereihe „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“, zu dem er von Xavier Naidoo eingeladen worden war, brachte ihm noch größere Popularität ein.

Meyles viertes Album „New York – Stintino“ stieg in die Top Ten der Albumcharts auf, drei seiner Songs erreichten die Singlecharts. Gregor Meyle, der bereits im Alter von vier Jahren seine erste Gitarre in der Hand hielt und seit der Schulzeit öffentlich auftritt und eigene Songs schreibt, laviert bei seinen Songs kunstvoll zwischen Kitsch und Romantik. „Keine ist wie du“ oder „Und dann kamst du“ erklangen im Audimax zur Begeisterung des Publikums, das sich als textsicher erwies und zu den rhythmischeren Songs Meyles tanzte.

Die Band, mit der sich Meyle umgibt, umfasst ein breites Spektrum an Musikinstrumenten, angefangen bei Geige über Cello, Klavier, Trompete, Posaune, Saxophon, Klarinette und natürlich viele Gitarren. Auch Gregor Meyles unabdingbares Accessoire ist die Gitarre, außerdem Brille und Hut.

So sehr die Texte der Songs auch die Herzen berühren mögen beziehungsweise wollen, so genau darf man nicht hinhören, denn Meyle verarbeitet auch gerne mal Binsenweisheiten, wie „Es geschieht nichts ohne Grund“, „Ordnung ist das halbe Leben und Chaos regiert die Welt“ oder gar „Die Sonne scheint auch auf den Nordpol“. Und so entpuppen sich manche Texte als wortgewaltige Hülsen für Allerweltsweisheiten und -sentimentalitäten.

Im Mittelpunkt von Meyles Songs steht das Topthema der meisten Popsongs, nämlich die Liebe. Doch streut Gregor Meyle auch den einen oder anderen gesellschaftskritischen und umweltbewussten Text ein, wie zum Beispiel beim Song „Wie kann das geschehen?“, der besonders großen Applaus vom Fanpublikum erhielt. (lla)

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