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Musik

Die Königin des „seltsamen Pop“

„Christine and the Queens“ setzt auf eine Melange aus Chansons und Rhythm and Blues. Die Newcomerin aus Nantes begeistert Frankreich mit ihrem Debüt.
Von Klara Fröhlich, dpa

  • Heloise Letissier, Sängerin vom Soloprojekt „Christine and the Queens“, in Paris. Foto: Klara Fröhlich/dpa
  • HANDOUT - Heloise Letissier, Sängerin vom Soloprojekt Christine and the Queens (undatierte Aufnahme). Frankreich hat ein neues Sternchen am Pop-Himmel. Christine and the Queens setzt dafür auf eine Melange aus Chansons und Rhythm and Blues. Foto: Warner Music/dpa (zu dpa-Korr „Freakpop-Königin Christine and the Queens - Newcomerin in Frankreich“ vom 12.08.2014 - ACHTUNG: Verwendung nur für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Christine and the Queens und nur bei Urheber-Nennung Foto: Warner Music) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Paris.Sie ist ein neuer Stern am französischen Pop-Himmel. Oder am Freakpop-Teil dieses Himmels, denn gewöhnlichen Pop macht die 26-jährige Französin Héloïse Letissier nicht. „Christine and the Queens“ heißt das Soloprojekt der jungen Künstlerin aus Nantes. Ihr Debütalbum „Chaleur Humaine“ begeistert in diesem Sommer die Franzosen. Kritiker loben es als „triumphalen Erfolg“ und „spannendste und ungezwungenste Musik bislang in diesem Jahr“.

Darauf treffen eingängige Pop-Melodien, minimalistischer Elektro, klassische Chansonelemente und Rhythm and Blues aufeinander. Die kuriose Mischung hat die Senkrechtstarterin beabsichtigt: „Ich wollte einen Sound schaffen, der keine eindeutige Identität hat und offen für verschiedene Musikrichtungen ist“, erzählt Letissier im Interview der Nachrichtenagentur dpa. „Ich höre gerne R’n’B und französische Chansons und wollte mich nicht für eines entscheiden.“

Markanter Hüftschwung

Nicht nur musikalisch lässt „Christine and the Queens“ Grenzen verschwimmen. Die Texte vieler Stücke wechseln zwischen Französisch und Englisch hin und her; einige Lieder singt die Französin auch komplett in Englisch. Aus Liebe zur anglophonen Kultur und Musik nahm sie ihr Album in London mit dem Produzenten und Toningenieur Ash Workman auf. Der Engländer arbeitete bereits an den beiden jüngsten Alben der Band Metronomy mit.

Zu ihrem musikalischen Talent kann Héloïse Letissier auf eine enorme Bühnenpräsenz zurückgreifen – Folge ihres Schauspielstudiums in Lyon. Auf der Bühne und im Musikvideo zur Single „Saint Claude“ beeindruckt die zierliche Französin mit Ausstrahlung, ausgefallener Choreographie und Hüftschwung à la Michael Jackson.

Drei Transvestiten halfen ihr

Ihre Künstlerpersönlichkeit Christine beschreibt Letissier als „etwas abgedrehtere und ungehemmte Version“ von sich selbst. Die Figur Christine sei wandelbar und spiele mit Geschlechter-Klischees, sagt Letissier, so wie auch ihre Königinnen. Der Namenszusatz „and the Queens“ geht auf eine Begegnung mit drei Transvestiten in einer Londoner Bar zurück, die der Musikerin aus einer frustrierenden Lebensphase geholfen hätten. Das Thema findet sich auch im Stück „The Loving Cup“ wieder.

Seitdem hat sich Letissier dem Freakpop verschrieben, in dem nach ihren Worten „etwas Kaputtes, Abgenutztes und vielleicht auch etwas Krankes steckt, auf jeden Fall etwas Seltsames“. Genau das wolle sie machen: „Seltsamen Pop“.

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