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Festival

Die Magie der Neuen Musik

Die Tage Neuer Musik 2020 beschäftigten sich zum zweiten Mal mit der Musik unserer Zeit. Das Publikum war erneut begeistert.
Von Andreas Meixner

Der Workshop mit der Sängerin Viktoriia Vitrenko wurde zu einem Höhepunkt der Tage Neuer Musik 2020 an der Musikhochschule. Foto: Oksana Parafeniuk
Der Workshop mit der Sängerin Viktoriia Vitrenko wurde zu einem Höhepunkt der Tage Neuer Musik 2020 an der Musikhochschule. Foto: Oksana Parafeniuk

Regensburg.Der Beifall mag nicht aufhören, am Ende der diesjährigen Tage Neuer Musik an der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädogik (HfKM). Der Applaus gilt dem französischen Starorganisten Thierry Escaich, dessen Improvisationskunst an der Orgel im Konzertsaal der Hochschule die Zuhörer atemlos und begeistert zurücklässt. Es ist einer von vielen Höhepunkten in sieben Festivaltagen, an denen der neuen Musik in Vorträgen, Workshops, Konzerten und in Gottesdiensten nachgespürt wurde.

Es ist das zweite Mal, dass diese Tage im Januar stattfinden. Entstanden aus der vielbeachteten Konzertreihe „Erstmal Neues“ des Neuen Kammerchors der Hochschule unter der Leitung von Prof. Kunibert Schäfer stand nun eine ganze Woche lang die Neue Musik im Brennpunkt. Wie schon im vergangenen Jahr eröffnete Oliver Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“ am Jahrestag seiner Uraufführung (15. Januar 1941) die Festivaltage mit einer zwingenden und bewegenden Aufführung. Das ist der Beginn einer Tradition, als Reminiszenz in vielerlei Hinsicht, aber auch als ständige Eingangspforte für all das, was in den Tagen der Begegnung mit der Musik passiert.

Workshop mit Starorganist

Es warten zwei Tage intensiver Beschäftigung mit dem Sologesang des 20. und 21. Jahrhunderts. Für die kurzfristig erkrankte Angelika Luz übernahm Viktoriia Vitrenko den Workshop und lockte die aktiven Kursteilnehmer über ihre Grenzen sängerischer und körperlicher Ausdruckskraft. Dass Musik den ganzen Körper, den ganzen Menschen in Anspruch nimmt, ist keine neue Erkenntnis, allerdings wurde genau das in der faszinierenden Arbeit mit der ukrainischen Spezialistin wieder deutlich spürbar und sichtbar. Der künstlerische, individuelle Ausdruck ohne jegliche Hilfsmittel außer der eigenen Stimme wurde zum Bild, das die weiteren Tage nachhaltig prägen sollte.

Tage Neuer Musik

  • Geschichte: Die Tage Neuer Musik finden seit 2019 statt und sind die Erweiterung der seit 2010 stattfindenden Konzertreihe „erstmalneues“ des Neuen Kammerchors der HfKM unter der Leitung von Prof. Kunibert Schäfer.

  • Angebot: Neben Konzerten und der Gestaltung von Gottesdiensten stehen Workshops und Vorträge im Mittelpunkt des Festivals. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. (mqv)

Der Freitagabend stand ganz im Zeichen der Musik des neuen Jahrtausends. „Erstmal Neues 11“ bot Chormusik von Rudi Tas, Wolfram Buchenberg, Vernat Vivancos und Jonathan Dove, das aus der Hochschule gewachsene Stimmgold Vokalensemble präsentierte eine Werkauswahl aus dem beiden vergangenen Regensburger Kompositionswettbewerben 2018 und 2019. Dem Klischee, dass zeitgenössische Musik immer mit harmonisch abstrakten und avantgardistischen Grenzerfahrungen zu tun hat, widersprach dieser Abend energisch und mit der geballten Kraft bestens präsentierter Vokalmusik, deren Halbwertzeit eben nicht nach einer Uraufführung bereits erreicht ist. Das diesjährige Leitthema „Monologe_Dialoge“ griff das Konzert am Dienstagabend auf, der sich mit seinem Programm vor dem wegweisenden, 1970 verstorbenen Komponisten Bernd Alois Zimmermann verbeugte. Studierende und Lehrende der Hochschule zeigten sich als versierte Interpreten neuester Musik, ob auf der Orgel oder am Flügel.

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Musik mit dem ganzen Körper

Der Workshop mit Thierry Escaich zu Satztechniken der modernen Orgelimprovisation wird zu einem weiteren Höhepunkt, weil der Starorganist sich nahbar zeigt und mit viel Gespür individuell mit den Kursteilnehmern an der Orgel arbeitet.

Die Tage Neuer Musik haben ihr Profil geschärft. Ihr großer Verdienst ist es, die neue Musik erlebbar zu machen, Scheu abzubauen und der Musik unserer Zeit den Weg in das Konzert, in den Gottesdienst und in den Alltag zu holen. Damit kommt die Hochschule nicht nur ihrem Auftrag der Ausbildung nach, sondern wird engagierte Wegbereiterin und Ermöglicherin von musischer Vielfalt. Und das ist mit eine ihrer wichtigsten Aufgaben.

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