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Classic-Rock

Die Offenbarung der Rock-Oldies

Jane, Fargo und Epitaph begeisterten in Burglengenfeld.
Von Alois C. Braun

Fargo spielten Songs aus ihrer gesamten Karriere. Foto: Alois Braun
Fargo spielten Songs aus ihrer gesamten Karriere. Foto: Alois Braun

Regensburg.Einen begeisternden Einblick in die deutsche Classic-Rockszene seit den 70ern boten drei Urgesteine im VAZ in Burglengenfeld. Aus Fargo gingen einst die international erfolgreichen Victory hervor. Epitaph wurden auch in den USA als „das nächste große Ding“ gehandelt, bevor ihnen Managementfehler und die Pleite ihrer Plattenfirma einen Strich durch die Rechnung machen. Und Jane zerbrachen trotz hoch dotiertem Plattenvertrag – mit Peter Pankas Jane war eine von mehreren Inkarnationen der Band in Burglengenfeld zu sehen. Doch der Reihe nach. Lässig groovend, mit anschwellender Dynamik wie Deep Purples „Highway Star“, starteten Fargo ihren Set. „Step back“ war aber nicht der einzige Song aus ihrem aktuellen Album „Constellation“. Der Blues „Buzz Buzz“, mit einem grandiosen Arndt Schulz an der Slidegitarre, und das locker groovende „Don’t talk“ zeigten die Klasse von Fargo. In den 70ern spielte die Band mehrmals auf den legendären Rockfestivals in Rötz. Aus dieser Zeit stammen Songs wie „Little Smile“. Bei „I’m a loser“ brillierte Peter Ladwig mit einem Talkbox-Solo, und die Band setzte mit „Children of the Revolution“ von T. Rex das rhythmische Fundament darunter. Eyecatcher war Bassist Peter Knorn, mit Bowlerhat und stylischer Bassgitarre.

Was Epitaph dann an diesem Abend bot, war eine Offenbarung! Bei glasklarem Sound konnte man die teils ausufernden Twingitarrensoli von Cliff Jackson und Heinz Glass absolut genießen. Diese Band hätte definitiv das Zeug zur Weltkarriere gehabt. Sie steht in der Qualität ihrer Songs Doppelgitarrengrößen wie Wishbone Ash, Thin Lizzy oder den Allman Brothers in nichts nach. Der Einsteig mit „Big City“, „Outside the law“ und „Woman“ belegte eindrücklich die Ausnahmequalität. Melodie, Songwriting, Arrangements – hier stimmte alles. Cliff Jackson strotzte vor Spielfreude, sang mit Bassist Bernie Kolbe spontan einen A-capella-Song und rieb die Saiten seiner Gitarre am Mikroständer, bis dieser umfiel. Natürlich gab es auch aktuelle Songs. Etwa „Lost in America“, in dem das Drama um die damals ausgebremste Karriere verarbeitet wird.

Zum Abschluss spielten dann Peter Pankas Jane. Auch sie in hervorragender Form und mit einem feinen Set aus alten und neuen Songs. Die Band um Klaus Walz überzeugte mit langen, epischen Songs, spielte mit „Windows“ gar einen Titel, der nie als Studioversion erschienen ist. Der Satzgesang in „Fire, Water, Earth and Air“, die Gitarrenarbeit von Walz und Niklas Turman in „Daytime“ oder das grandiose Solo von Letzterem in „Auroville“, das alles war Musik aus einer Zeit, in der Lieder und Musik noch atmen, und Kompositionen sich entfalten konnten. Ein perfekter Abend für Freunde der klassischen Rockmusik.

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