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Kunst

Die Pinakothek zeigt Beuys für alle

In den 1960er Jahren verkaufte Joseph Beuys seine Multiples für zwei D-Mark. Diese Zeiten sind vorbei. Doch die Pinakothek der Moderne erinnert daran

Die Neue Pinakothek zeigt unter dem Titel „Ich bin ein Sender“ Multiples von Joseph Beuys. Im Bild das Werk „Dillinger, 1974“ Foto: Nicolas Armer/dpa

München.Die Pinakothek der Moderne in München zeigt von diesem Donnerstag an zahlreiche Multiples von Joseph Beuys. Von den 1960er Jahren an bis zu seinem Tod schuf der Künstler mehr als 500 Multiples, also preiswerte und in hoher Auflage produzierte Kunstwerke. Sie sollten auch für den Normalbürger erschwinglich sein und sich so weit verbreiten. „Sie sollten seine künstlerische Idee in die Welt transportieren“, sagte die Kuratorin Maja Wismer am Mittwoch. Passenderweise lautet der Titel der Ausstellung, die bis zum 11. Januar 2015 dauert: „Ich bin ein Sender.“ In den Multiples sah er Antennen, die seine Vision verbreiteten.

Die Ausstellung, die erste Schau der umfassenden Multiples-Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, zeigt nach Angaben der Kuratoren eine Enzyklopädie von Beuys‘ Werk. Zu sehen sind unter anderem drei Versionen von Beuys „Filzanzug“ von 1970 in unterschiedlichen Alterungszuständen, die „Rose für direkte Demokratie“ von 1973 und „Das Schweigen“ aus dem gleichen Jahr – fünf Filmspulen von Ingmar Bergmans gleichnamigem Film.

Die Ausstellung zeigt auch ein künstlerisches Konzept, dessen Zeit inzwischen abgelaufen ist. Ab zwei D-Mark habe Beuys seine Auflagen-Werke damals verkauft, sagt der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk. „Kunst für alle. Das Verständnis von damals ist heute ein ganz anderes“, sagt Wismer. Einige Multiples seien auch heute noch günstig zu bekommen – für um die 1500 Euro. (dpa)

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