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Kultur
Donnerstag, 24. Mai 2018 23° 8

Austtelung

Die Schätze aus den Schubladen

„Vom Feuermüller bis zur Leuchtstoffröhre“: Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zeigt 85 fast vergessene Grafiken.
Von Michael Scheiner

Dr. Nina Schleif ist die Kuratorin der Ausstellung.Foto: M. Scheiner

Regensburg.Beim Rundgang durch die neue Ausstellung kam unversehens ein Aspekt zum Vorschein, der bei den vorherigen Erläuterungen und im Pressetext zu „Vom Feuermüller bis zur Leuchtstoffröhre“ keine Rolle spielte. Es freue sie ganz besonders, hob Kuratorin Dr. Nina Schleif hervor, dass „mit 15 Frauen mehr weibliche Künstler“, als bei vielen anderen Ausstellungen vertreten sind. „Schauen sie doch mal in andere Sammlungen“, forderte sie die anwesenden Medienvertreter auf, „da hängen oft nur Männer, keine einzige Künstlerin“. Beifällig lächelnd nickte Agnes Tieze, Leiterin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, die mit ihrer Kollegin und dem Kinomann Dr. Medard Kammermeier die Pressekonferenz zur Vorstellung der Ausstellung, die am Sonntag startet, gestaltete.

Der Filmexperte stellte die Filmreihe „KunstLicht“ vor, die begleitend zur ersten Wechselausstellung des Jahres das große Überthema „Licht“ noch von einer anderen Seite beleuchtet. Wird „Dutch Light“, eine Doku welche die Besonderheit des Lichts im niederländischen Kunstschaffen untersucht, direkt im Kunstforum gezeigt, laufen die übrigen Filme wie „Barry Lyndon“ und „Caravaggio“ Ende März in den Kinos im Andreasstadel.

Bei der Auswahl zur Ausstellung ist Schleif, die Leiterin der Grafischen Sammlung des Kunstforums, häufig auf gänzlich „unerwartete Schätze und meisterhafte Blätter“ gestoßen, wie sie spürbar begeistert über die aufwendige Suche und Entscheidungsfindung erzählt. Auf einige weist sie beim Rundgang mit besonderem Nachdruck hin – ein kleines Porträt von Paul Klee, das neben solchen von Ludwig Meidner, Käthe Kollwitz und einer wandfüllenden Fotografie von Katharina Sieverding hängt. Eingeordnet ist es unter dem Aspekt „Erleuchtung“, den Dr. Schleif neben „Farbe“ und „Form“ als metaphorischen Teil ihres Ausstellungskonzeptes gewählt hat. Insgesamt sind 85 „Glanzlichter der Grafischen Sammlung“ zu sehen, darunter Zeichnungen, Farbholzschnitte, Radierungen und Blätter anderer grafischer Verfahren.

Zudem wurde die lange abwesende Lichtinstallation „Untitled (for Otto Freundlich)“ des amerikanischen Minimalisten Dan Flavin wieder aufgebaut. Und es sind einige Künstlerbücher zu sehen, darunter ein wunderbar poetisches Werk das der „Nagelkünstler“ Günther Uecker mit dem im oberfränkischen Rehau lebenden Schriftsteller Eugen Gomringer kreiert hat. In der umfangreichen Liste ausgestellter Künstler ragen natürlich Namen wie Lazlo Moholy-Nagy, Andy Warhol, Rembrandt und Lyonel Feininger heraus. Mindestens ebenso aufschlussreich sind Entdeckungen wie Sella Hasse, Anton Hanak, Gina Thusek oder Karl Friedrich Moritz Müller, genannt „Feuermüller“, weil er häufig nächtliche Szene malte, die dramatisch mit Fackeln beleuchtet sind. „Vom Feuermüller bis zur Leuchtstoffröhre“ lotst die Besucher hin und her durch die Kunst- und Weltgeschichte und hält dabei seltene Schätze und faszinierende Entdeckungen bereit.

Eröffnung am Sonntag, 11 Uhr, Dauer bis 22. April 2018, www.kog-regensburg.de

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