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Kultur
Samstag, 22. September 2018 19° 4

Tanzprojekt

Die Tanzstelle R erfindet sich neu

Zwei Choreografinnen haben mit Rivers ein Nachfolge-Format für ihr Festival Schleudertraum entwickelt.

Mit ihrem neuen Projekt „Rivers“ wollen Regensburger Choreografinnen grenzüberschreitend mit Künstlern zusammenarbeiten. Foto: Patrick Reinig
Mit ihrem neuen Projekt „Rivers“ wollen Regensburger Choreografinnen grenzüberschreitend mit Künstlern zusammenarbeiten. Foto: Patrick Reinig

Regensburg.„Life goes up and down“ lautet der Slogan, mit dem die Tanzstelle R ab sofort auf ihr neues Projekt aufmerksam macht: „Rivers – Choreographers in Residence“ ist der Nachfolger ihres 2005 gegründeten und 2016 letztmals veranstalteten Tanzfestivals Schleudertraum. Mit „Rivers“ stellt die Tanzstelle R grenzüberschreitende Arbeitsprozesse, Recherchen und Begegnungen im Bereich von Tanz und Choreographie sowie flexiblere Präsentationsformen in den Vordergrund ihrer Arbeit. Die ersten Veranstaltungen finden am 3. und 4. März im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg und in der Ballett-Tanz-Akademie Bonivento-Dazzi statt.

Das Verbindende des Flusses

RIVERS – Performance 1 und Workshop 1

  • Erste Arbeitsergebnisse

    präsentiert die Tanzstelle R bereits am 3. und am 4. März 2018. Dann ist die Tanzstelle R mit Rivers – Performance 1 Gast des bayerisch-böhmischen Kulturfestivals „Treffpunkt“ der Stadt Regensburg sowie der Ballett-Tanz-Akademie Bonivento-Dazzi.

  • Im Kunstforum

    präsentieren am Samstag, 3. März, von 17 Uhr bis 17.30 Uhr, Cindy Hammer und Martin Talaga nach einem gemeinsam mit Alexandra Karabelas entwickelten Bewegungsmanifest ein Duett in Stille mit dem Titel „Stones and Flows. A German-Czech Dialogue“.

  • Die choreographische Partnerin

    ist Vera Ondrašíková aus Prag. Die Künstlerin Inken Hilgenfeld erstellt währendessen in Echtzeit eine überdimensionale Zeichnung aus Tusche.

  • Das Bewegungsmanifest

    können Interessierte am Sonntag, 4. März, 10 Uhr bis 13 Uhr kennenlernen: Mit Cindy Hammer und Martin Talaga werden Bewegungsverfahren, -aufgaben und -methoden, die dem Duett zugrunde liegen, bei einem kurzweiligen „Rivers – Workshop 1“ in der Ballett-Tanz-Akademie Bonivento-Dazzi am eigenen Leib ausprobiert. Anmeldung: buerokarabelas@gmail.com

„Unser wunderbares „Schleudertraum“-Festival ist nicht aus der Welt, braucht aber eine gute Pause, in der überhaupt wieder neue, spannende Produktionen der freien Szene für die Bühne entstehen können“, sagt Vorsitzende Alexandra Karabelas. Im Zentrum des neuen, auf drei Jahre angelegten Projektes, steht daher die flexible, binationale Zusammenarbeit unter Tänzern und Choreographen. So wird sich die Tanzstelle R 2018 mit Kollegen aus Tschechien, Österreich und Deutschland austauschen und verschiedene Formen und Veranstaltungen ausprobieren, bei denen das jeweils gemeinsam Erarbeitete mit der bewegungs- und tanzkunstinteressierten Öffentlichkeit zu verschiedenen kulturellen Anlässen in Regensburg geteilt werden kann.

Geleistet wird die künstlerische Zusammenarbeit zum einen im Rahmen von fest vereinbarten Residenztagen der jeweiligen Partner in Regensburg und in Gestalt von Besuchen der Arbeitsorte der choreographischen Partner. „Unser Wunsch ist es seit längerem, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu entwickeln. Mit Rivers haben wir nun einen Projektrahmen definieren können, der es uns erlaubt, wertvolles ästhetisches Wissen zirkulieren zu lassen, sich austauschen zu können, in der Gruppe zu konzipieren, zu realisieren, zu bewegen und zu staunen“, erklären die Rivers-Vordenkerinnen und Projektleiterinnen Katrin Hofreiter und Alexandra Karabelas.

In der Natur von Flüssen fanden die beiden Regensburger Künstlerinnen das passende Leitbild. „Denn Flüsse verbinden Länder, sie formen und nähren Landschaften und Menschen, sind ein wirtschaftlicher Faktor und münden irgendwann in einen großen See oder ein Meer. Als Leitbild hat der Fluss, der seit Jahrtausenden die Menschen zu Kunst inspiriert, die Kraft, die an Rivers beteiligten Künstlerinnen untereinander zu verbinden“.

„In allem ist weiße Stille“

Der Slogan „Life goes up and down“ geht zurück auf Ergebnisse aus der ersten binationalen Arbeitswoche, die bereits im Januar stattgefunden hat. Dort entstand, so Karabelas, inspiriert von der stundenlangen Arbeit der deutsch-tschechischen Gruppe in Stille der Satz: „You have won and you have lost. Life goes up and down. But behind and in everything, there is a white silence. And in this silence, two human beings are moving without interruption, with no break, fluently like a river. They are just breathing, and moving. They are dancing. Just for you in this moment if you see them“ („Schau: Du hast gewonnen und verloren. Das Leben hat Höhen und Tiefen. Aber hinter und in allem ist weiße Stille. In dieser Stille bewegen sich zwei Menschen ohne Unterbrechung, ohne Pause, fließend wie ein Fluss. Sie atmen und bewegen sich. Sie tanzen. Nur für Dich, in diesem Moment, falls Du sie siehst.“)

Die Auswahl der diesjährigen Partnerstaaten, aus denen die künstlerischen Partner kommen, Tschechien und Österreich, wurde unter den Gesichtspunkten der Nachbarschaftlichkeit, der historisch und aktuellen engen kulturellen Anbindung Bayerns an die mittelosteuropäischen Staaten und der topographischen Verbundenheit durch die Donau entschieden.

Lesen Sie dazu auch die Kritik über die Tanzperformance „Du in Mir“ von Alexandra Karabelas

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