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Kleinkunst

Duo juxt „bis zum Anschlag“

Eingespieltes Team: Die Musikkabarettisten Max Rädlinger und Pille Artmann stellten in Regensburg ihr neues Programm vor.
Von Simon Pawellek, MZ

  • Max Rädlinger (links) und Pille Artmann im Theater im SpitalkellerFoto: Pawellek
  • Max Rädlinger (rechts) und Pille Artmann im Theater im SpitalkellerFoto: Pawellek
  • Max Rädlinger (links) und Pille Artmann im Theater im SpitalkellerFoto: Pawellek

Regensburg. Max Rädlinger und Pille Artmann befassen sich mit vielen Dingen: mit Frauen („die verstehen wir am besten“), mit Mouth-Percussion („das können wir nicht wirklich“), mit Gott („er hat die Musik erfunden“) und mit der Welt („wir werden Tag und Nacht pädagogisiert“): Beinahe alles, was Rädlinger (21), Student der Kirchenmusik, und Artmann (20), Germanistik- und Theologiestudent, im Alltag begegnet, bietet ihnen Stoff für einen Song. Die Lieder sind mal humorvoll und albern, mal melancholisch und mal sozialkritisch. Knapp ein Jahr Jahr nach ihrem Debüt-Programm „Nicht hängen lassen“ setzen sie jetzt mit „Bis zum Anschlag: MAXimal, aber nur mit PILLE“ einen drauf. Am Freitagabend stellten sie ihr neues Programm im ausverkauften Theater im Spitalkeller vor.

Dass die Musikkabarettisten bereits längere Zeit miteinander in der Öffentlichkeit Musik und Quatsch machen, wird schnell deutlich: Souverän und eingespielt interagieren sie auf der Bühne. Trotz der unterschiedlichen Themen der einzelnen Stücke ist das Programm eine runde Sache, in Fluss gehalten durch wohlüberlegte Moderationen. Das Konzept zeugt von einem Reifeprozess, den die Kabarettisten seit ihrem Debüt durchlaufen haben. Völlig unterschiedliche Inhalte bekommen sie unter einen Hut: die Wahrheit über die Entstehung des Kaffees, den Sinn von Navis oder die Erzählung von der Arche Noah.

Stilsicher durch Genres und Epochen

Musikalisch bewegt sich das Duo stilsicher durch Genres und Epochen. Pop-Balladen mit schmalzigen Major-Akkorden, barocke Rezitative oder Lieder im Schumann-Stil bringen die beiden sympathisch und authentisch rüber. Hier und da verzichten sie sogar auf das Klavier, das im ersten Programm noch elementar war, greifen auf Gitarre oder Trompete zurück oder animieren das Publikum zum Singen. „A Liedl lohnt sich immer“ ist die Botschaft – und die kommt eindeutig beim Publikum an.

Rädlinger und Artmann haben im April 2013 den Publikumspreis des „Kneitinger Bierschlegl“ gewonnen. „Nicht hängen lassen“ erschien im Februar 2014 auf CD. Es sieht nicht so aus, als ob die beiden sich damit zufrieden gäben: Ende Februar stehen sie mit Norbert Neugirg, dem berühmten Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapell’n, im Regensburger Turmtheater auf der Bühne. Der Abend ist schon ausverkauft.

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