MyMz

Entertainment

DVD-Tipp: American Gods

Lange galt der Roman von Neil Gaiman als zu komplex, um ihn zu verfilmen. Doch jetzt erscheint er als Serie

Die Serie war bislang nur bei Amazon Video verfügbar. Ricky Whittle spielt Shadow Moon. Foto: Amazon.de/Amazon.de/obs
Die Serie war bislang nur bei Amazon Video verfügbar. Ricky Whittle spielt Shadow Moon. Foto: Amazon.de/Amazon.de/obs

Das Buch „American Gods“ von Neil Gaiman galt lange als unverfilmbar. Zu komplex war die Story für normale Filmlänge. Jetzt erscheint die Serie auf DVD. Der Roman ist weniger abgedreht – er erzählt zwar eine komplexe, aber leicht zu verstehende Geschichte. Die Hauptfigur ist Shadow, ein Ex-Knacki. Als der aus dem Gefängnis entlassen wird, muss er feststellen, dass seine Frau gerade gestorben ist. Und der Job, der ihm zugesichert wurde, der ist auch weg. Gut, dass Shadow im Flugzeug einen schrulligen Typ trifft – Mr. Wednesday. Der macht ihm ein Job-Angebot. Mr. Wednesday ist seltsam, erzeugt ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Aber Shadow lässt sich wegen fehlender Alternativen dann doch auf den Deal ein. Shadow wird sein Bodyguard. Die beiden machen sich auf zu einer Reise durch die USA, um alte Kollegen von Wednesday zu treffen. Einen russischen Schlächter zum Beispiel. Oder einen Zuhälter. Die Bekanntschaften von Wednesday sind schon merkwürdig genug, aber dann begehrt die Technologie um ihn herum auf. Fernseher sprechen mit Shadow und er wird von einer vollverstrahlten Digitalfigur entführt.

Der britische Schriftsteller Neil Gaiman lieferte die Buchvorlage. Foto: dpa
Der britische Schriftsteller Neil Gaiman lieferte die Buchvorlage. Foto: dpa

Die Geschichte, die Gaiman in seinem Roman erzählt, ist die eines Kampfes zwischen alten und neuen Göttern. Zu den alten zählen Wednesday und seine Kumpels. Sie alle sind irgendwann in die USA eingewandert. Aber die alten Götter werden verdrängt von den neuen: Handys, Fernseher, Globalisierung. Alles, womit sich Menschen beschäftigen, wem ihre Aufmerksamkeit schenken, das kann sich materialisieren und zum Gott werden.

„American Gods“ hat mehr geile Bilder als zehn andere Serien zusammen. Ob man so ein Kunst-TV mag, ist Typfrage. Die Serie geht an die Grenzen dessen, was erzählbar ist, verwirrt, schafft Kunst. Wer wissen will, wie weit Fernsehen gehen kann, der schaut hier unbedingt rein. (nb)

Die DVD von American Gods kostet etwa 23 Euro, die Blu-ray etwa 27 Euro.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht