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Konzert

Ein fesselnder Songwriter

Markus Rill spielte mit Gästen in der Stadtbibliothek Regensburg.
von Alois C. Braun

Markus Rill begeisterte mit guten Songs ebenso wie als Geschichtenerzähler. Foto: Alois C. Braun
Markus Rill begeisterte mit guten Songs ebenso wie als Geschichtenerzähler. Foto: Alois C. Braun

Regensburg.Zweifellos gehört Markus Rill zu den großen Songwritern in Deutschland. Der gebürtige Frankfurter deckt mit seiner Musik das weite Spektrum zwischen Country, Rock und Americana ab. In der Regensburger Stadtbibliothek startet das Konzert zunächst mit Robert Hasleder und Mr Jones. Beide haben in der Vergangenheit immer wieder mit Markus Rill zusammengearbeitet und bieten als Duo vier Songs, darunter „No hello, no goodbye“, das sich mit der zunehmend anonymisierten Gesellschaft beschäftigt. Man spürt sofort, was den gesamten Abend geboten werden wird: hochklassiges Songwriting, gefühlvolle Arrangements und Könner an ihren Instrumenten.

Markus Rill startet seinen Auftritt zunächst solo. Sofort hat er den Draht zum Publikum, fesselte die Zuhörer. Der Mann ist mit Hingabe bei der Sache und zeigt immer wieder, welch herrlicher Geschichtenerzähler er ist. Er lässt die Leute schmunzeln, ohne billige Lacher zu provozieren. Da hat alles Substanz und er agiert vollkommen unaufgeregt. Dabei hat er keine Angst vor gefälligen Melodien, wie beispielsweise in „Dream anyway“. Seine Texte sind oft tiefgründig, ohne besserwisserisch zu wirken. So beschäftigt sich „Walk on water“ mit dem Thema Heiratsschwindel und bezieht Blender im Allgemeinen gleich mit ein. Rill macht eine lustige Ansage über Heiratsschwindler in TV-Filmen, die „man sofort an ihren in den Hemdkragen gesteckten Halstüchern erkennt“.

Im zweiten Set teilt sich Markus Rill die Bühne zunächst mit Robert Hasleder. Beide haben vor etwa zehn Jahren zuletzt zusammengespielt. Man merkt nicht, das viel improvisiert wird. Im Gegenteil, die Titel, meist aus Rills aktuellem Album „Songland“, fließen und atmen. Und Robert Hasl-eder trifft bei seinen Soli ins Mark der Lieder. Immer wieder gibt es auch sehr leise Songs, etwa „Old man now“ oder „Conscience county jail“. Das Publikum ist gefesselt, es ist herrlich still im Raum, heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit. Das Konzert wird zu einem intensiven Erlebnis voller musikalischer Dynamik. „Hobo Dream“ zeigt Markus Rill an der Mundharmonika. Gewidmet ist der Titel Duane Jarvis, der es ihm einst ermöglichte, mehrere Platten in Nashville aufzunehmen. Auch „Angel on the stairway“, Rills englische Version eines Liedes von Hubert Treml, kommt zum Einsatz. Gegen Ende stehen Rill, Hasleder und Mr Jones gemeinsam auf der Bühne, überzeugen auch mit ihrem dreistimmigen Gesang. Das Trio klingt dabei erdig und versprüht Motivation. Und es werden zu dritt auch Cover Songs geboten, darunter „You ain‘t goin‘ nowhere“ von Bob Dylan.

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