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Musik

Ein Gigant an der Akustischen

Der australische Ausnahmegitarrist Tommy Emmanuel spielt im Audimax. Eric Clapton hält ihn für den Besten seiner Zunft.
Von Norbert Lösch

Tommy Emmanuel hat sich in 50 Jahren die Gunst einer weltweiten Fangemeinde erspielt. Foto: Simone Cecchetti
Tommy Emmanuel hat sich in 50 Jahren die Gunst einer weltweiten Fangemeinde erspielt. Foto: Simone Cecchetti

Regensburg.Am 5. Oktober hat beim 50. Nashville Film Festival ein Streifen US-Premiere, der sich um die Musik und das Leben eines einzigen Künstlers dreht. „The Endless Road“ heißt der Film, und die Hauptperson ist Tommy Emmanuel. Im Trailer kommt eine Reihe bekannter Rock-Gitarristen zu Wort, bei denen man auf den ersten Blick gar keine Beziehung zu dem Australier vermutet.

Und doch knien sie förmlich nieder vor Emmanuel, dem Giganten an der akustischen Gitarre. „Stell dir eine Kombination aus Chet Atkins und dem mit Testosteron vollen Eddie Van Halen vor – das ist für mich Tommy Emmanuel“, sagt zum Beispiel Steve Vai. Und John Petrucci von den Prog-Metallern Dream Theater schwärmt überschwänglich: „Als die Gitarre erfunden wurde, war sie gemacht, damit dieser Mann sie spielt.“ Derlei Huldigungen aus berufenem Mund hat der mal mit Band, mal mit einem Partner oder – meistens – solo auftretende Künstler gar nicht mehr nötig, um seinen herausragenden Ruf in der internationalen Musikszene zu festigen. Hatte ihn doch bereits vor Jahren „Mister Slowhand“ Eric Clapton, ebenfalls kein ganz Unbekannter, so geadelt: „Tommy Emmanuel ist der großartigste Gitarrist, den ich jemals gesehen habe.“

Tour-Auftakt in Regensburg

In Deutschland ist der Saitenzauberer selten live zu erleben – obwohl ihn das deutsche Publikum zu lieben scheint, wie er selbst sagt. Jetzt gibt es aber die Gelegenheit, sogar vor Ort: Emmanuel startet eine aus nur sechs Konzerten bestehende Deutschland-Tour am Mittwoch, 13, November, im Audimax der Universität. Gitarren-Gourmets und Freunde hochemotionaler Musik dürfen sich auf ein Fest für die Ohren einstellen.

Vita

  • Heute:

    Emmanuel gibt jährlich über 300 Konzerte und produziert darüber hinaus regelmäßig CDs. Er lebt überwiegend in der Musikme-tropole Nashville/USA, ist verheiratet und hat drei Töchter.

Da wird er für ungläubiges Staunen, bewunderndes Kopfschütteln und einige Lacher sorgen. So wie immer, wenn er auf der Bühne steht oder sitzt. Seine Konzerte sind mitreißende Shows, keine akademischen Vorträge. Tommy Emmanuel ist kein Zeremonienmeister der Gitarren-Kunst, sondern ein lockerer Entertainer mit einem guten Schuss Humor.

Er klingt wie ein ganzes Orchester

In der Fachwelt gibt es keine zwei Meinungen über ihn: Der Mann gehört zu den größten lebenden Akustik-Gitarristen. Mit seinem hochvirtuosen Fingerstyle zeigt er seinem Publikum, was man alles aus einer Gitarre herausholen kann. Atemberaubende Läufe, rhythmisches Picking, müheloses Wandeln durch sämtliche Tonarten – es klingt, als spiele ein komplettes Orchester. Und wenn ein Song nach Unterstützung durch Percussion verlangt, dann nimmt er halt den Korpus der Maton 808 her, seiner Lieblingsgitarre.

Der Australier hat Millionen von Platten verkauft, mehrere Grammy-Nominierungen eingeheimst und durfte bei der Abschlussshow der Olympischen Spiele in Sydney auftreten. Er hat zahlreiche Alben mit Eigenkompositionen und Coverversionen bekannter Lieder veröffentlicht, darunter Überraschungen wie „Borderline“ von Madonna oder „Purple Haze“ von Jimi Hendrix.

Gespielt wird, was ihm einfällt

In seiner aktuellen Setlist finden sich oft ein Beatles-Medley und Klassiker wie „Sittin’ On The Dock Of The Bay“ von Otis Redding oder „House Of The Rising Sun“ (Animals/Eric Burdon). Aber nicht jedes Konzert ist gleich. Wenn es ihm gefällt, wird auch mal ein irischer Rag oder ein astreiner Blues zum Mitklatschen angestimmt. Egal, was der Ausnahmegitarrist spielt: Auch nach 50 Jahren auf der Bühne ist pure Leidenschaft zu spüren und Grenzen sprengende Musikalität zu hören.

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