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Ein Konzert gegen den „Covidl-Koller“

Das Ensemble BlechBläserConsort brillierte im Pfarrgarten Reinhausen.
Von Claudia Böckel

Christine Hartmann und Hans Pritschet entlockten der Trompete harmonische Töne.
Christine Hartmann und Hans Pritschet entlockten der Trompete harmonische Töne. Foto: Claudia Böckel

Regensburg.Konzerte in Corona-Zeiten erfordern eine Menge Disziplin – von den Musikern, den Veranstaltern, vom Publikum. Der Pfarrgarten von Reinhausen bot die richtige Größe für knapp 200 Zuhörer. Viele mussten im Vorfeld noch abgewiesen werden, aber die, die auf den zugewiesenen Stühlen im Abstand von 1,50 Metern Platz nahmen, hatten richtig viel Spaß daran, wieder live Musik zu hören.

Das BlechBläserConsort Regensburg hatte die Fassade des Pfarrheims im Rücken und zwei Meter Abstand zum Nebenmann. Christine Hartmann, neben Oswin Buchmann und Hans Pritschet an der Trompete und dort zuständig für die besonders schönen Kantilenen, formulierte es so: „Man braucht eine ungeheure Konzentration, um die Distanz zu den anderen zu überwinden.“

Zu hören war nichts von diesen Schwierigkeiten. Die Musiker, neben den drei Trompetern waren das Martin Meier und Gerd Storre an der Posaune und Bernhard Mitko an der Tuba, spielten bestens gelaunt Musik vom Barock bis zur Filmmusik, vom Dixie bis zur Uraufführung der Bläserfassung von Hans Pritschets Zwiefachem „Der Covidl-Koller“.

In Worten und Noten fasst er die Schwierigkeiten der Corona-Zeit zusammen, schildert das „Gfrett“, das man mit diesem leidigen Virus hat, die Auswirkungen auf das tägliche Leben und will schließlich das Virus erschießen. Bernhard Mitko, der die Moderation übernahm, hatte auch gleich fiktive Kritikerworte parat: „Bemerkenswert, wie der Komponist die uralten, aber äußerst komplexen Rhythmen der bayerischen Eingeborenen mit tiefgründigen, topaktuellen und zeitkritischen Texten kombiniert. Zwiefacher und komplexe Literatur kontrastieren und harmonieren zugleich und fokussieren zu einem emotionalen Höhepunkt.“

Dass das BlechBläserConsort nicht nur blasen kann, sondern auch singen, komponieren und arrangieren, zeigte sich hier und auch bei „Als wir jüngst in Regensburg waren“. Besonders einfühlsam widmete man sich den Beatles-Songs und entwickelte „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical Elisabeth in einem Satz von Hans Pritschet zu einem ganz innigen, sentimentalen, aber wunderschönen Stück Musik.

Mozart fehlte nicht, von ihm gab es das Vogelfängerlied, unterstützt von den Vögeln im Pfarrgarten. Ein sanftes Gebet des Jubilars Beethoven, eine Humoreske Dvoraks, Schuberts „Das Traummännlein kommt“ und manch anderes peppiges Stück rundeten die Konzertstunde ab und mit dem Glockenschlag um acht Uhr kam dieses gepflegte, lang ersehnte, vergnügliche Konzert zum Ende.

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