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Konzert

Ein legendäres Jazz-Quartett reist an

Das Westküsten-Ensemble Oregon gastiert am 18. April im Regensburger Jazzclub im Leeren Beutel. Glen Moore ist nicht dabei.
Von Michael Scheiner, MZ

Paul McCandless (l.), Mark Walker und Ralph Towner (re.); Bassist Glen Moore ist nicht mehr dabei.
Paul McCandless (l.), Mark Walker und Ralph Towner (re.); Bassist Glen Moore ist nicht mehr dabei. Foto: OPR

Regensburg.Nach seinem ersten Oregon-Konzert hat er sich „sofort Tablas vom ersparten Taschengeld gekauft“. Das war Anfang der 80er Jahre, und als Schüler musste sich Boris Janda noch von seiner Mutter zum Auftritt des legendären Quartetts kutschieren lassen. Aus der Karriere als Tablaspieler wurde dann nichts. Das Ensemble von der Westküste aber hat er später noch oft gehört. „Acht oder zehn Konzerte waren es sicher“, erzählt der Werbefachmann. Heute unterstützt er mit seinem Unternehmen den Jazzclub Regensburg bei dessen Aktivitäten.

Dieser revanchiert sich dafür mit einem Sponsorenkonzert – mit den Kammerjazzern von Oregon. Vor Begeisterung hat Janda „fast einen Luftsprung gemacht“. Es war schon eine kleine „Zitterpartie“, erzählt Ulrike Eilers vom Jazzclub, bis der Termin dann fix war. Schließlich sind die Musiker nach teils über 50-jähriger Karriere nicht mehr die Jüngsten und brauchen viel Aufmerksamkeit und besonders respektvolle Behandlung. Gitarrist und Multiinstrumentalist Ralph Towner, der im März 75 geworden ist, war zuletzt im Januar in Deutschland. Beim Geburtstagskonzert für Eberhard Weber in Stuttgart trat er zusammen mit Bandkollege Paul McCandless, Pat Metheny, Jan Gabarek und vielen anderen auf.

Ein frischer Schlagzeuger

Als Oregon Anfang der 70er Jahre auftauchte, wusste die rechtgläubige Jazzgemeinde nicht, was sie mit der Band und ihrer seltsamen Musik anfangen sollte. Heute ist Oregon keine Ausnahmeerscheinung mehr. Ein musikalisches Phänomen ist das Quartett geblieben. Es gab lediglich zwei Umbesetzungen in der langen Zeit. Nach dem Unfalltod von Percussionisten Colin Walcott 1984 nahmen zunächst Trilok Gurtu und Arto Tuncboyaciyan, schließlich Mark Walker dessen Platz ein.

Walker ist seit über 15 Jahren dabei. Er hat frische Ideen und ein verstärktes Interesse an Klangfarben und Formen eingebracht. „Meist kommen wir intuitiv von einem Stück zum nächsten“, beschreibt er Oregon-Konzerte. „Was an einem Abend ein kleines Teilchen ist, das schnell verschwindet, kann am nächsten Abend hochgeholt, ausgeweitet und von allen Seiten erforscht werden“. Kurz vor Tourneebeginn ist zudem der 74-jährige Glen Moore ausgestiegen und durch den aus Mantua stammende Bassist Paolino Dalla Porta ersetzt worden.

„Miniatur des Lebens“ aus dem Klang

Oregon war mehrfach für den Grammy nominiert. Auf einzigartige Weise verschmilzt die Band Jazz, ethnische Musik, Avantgarde und klassische Elemente zu einem Klangbad zwischen melodischer Anmut und berührender Tiefe. „Mein Verständnis eines Songs“, erklärt Towner, „ist, dass sich vom ersten Moment an ein Gefühl für eine Bewegung entwickelt. Du bist dann sozusagen genötigt, aus dem Klang eine Miniatur des Lebens zu entfalten, welche ehrlich die ursprüngliche Stimmung enthüllt.“

Samstag 18. April, 20 Uhr, Jazzclub im Leeren Beutel, Bertoldstraße; Karten bei den örtlichen Vorverkaufsstellen und beim Jazzclub Regensburg, www.jazzclub-regensburg.de

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