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Literatur

Ein Ort der transatlantischen Debatte

In Los Angeles eröffnete Bundespräsident Steinmeier das Thomas-Mann-Haus. Der Dichter lebte hier von 1942 bis 1952.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) mit seiner Frau Elke Büdenbender (Mitte) und der deutschen Schauspielerin Maria Schrader bei der Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) mit seiner Frau Elke Büdenbender (Mitte) und der deutschen Schauspielerin Maria Schrader bei der Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Los Angeles.Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und den USA trotz aller aktuellen Spannungen hervorgehoben. „Das Ringen um Demokratie, das Ringen um eine freie und offene Gesellschaft ist das, was uns, die Vereinigten Staaten und Deutschland, auch weiterhin verbinden wird“, sagte er am Montagabend (Ortszeit). Die Eröffnung sei „in diesen stürmischen Zeiten auch ein wunderbarer Augenblick für die Freundschaft zwischen unseren Ländern“, betonte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

Die ehemalige Villa des Schriftstellers Thomas Mann soll künftig als transatlantische Begegnungsstätte und Domizil für Stipendiaten genutzt werden. Die Bundesregierung hatte das Anwesen 2016 gekauft, um es vor dem Abriss zu bewahren. Daran war Steinmeier als Außenminister beteiligt. Bei der feierlichen Einweihung war auch Frido Mann (77), ein Enkel des Dichters, zugegen. Er führte Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender durch das Haus, in dem der Dichter zwischen 1942 und 1952 gelebt hatte.

1944 wurde Thomas Mann amerikanischer Staatsbürger. Die Enttäuschung über die US-Politik nach Kriegsende und die Kampagne des Senators Joseph McCarthy gegen vermeintlich kommunistische Umtriebe ließen ihn aber in die Schweiz zurückkehren, wo er 1955 starb.

Das Haus der Familie Mann war in den 1940er Jahren Treffpunkt Intellektueller wie Theodor Adorno, Albert Einstein oder Lion Feuchtwanger. Neben Werken wie dem Schlussband der Joseph-Trilogie und „Doktor Faustus“ entstanden in Pacific Palisades auch zahlreiche Rundfunkbeiträge für die BBC, in denen Thomas Mann die deutschen Hörer gegen die Nazi-Diktatur und für eine antifaschistische Kultur mobilisieren wollte.

Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte gestern in einer Mitteilung, das Thomas-Mann-Haus solle „in Zeiten, in denen uns manches über den Atlantik hinweg trennt“, zu einem Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Austauschs werden. „Die USA sind unser wichtigster Partner außerhalb Europas. Nur gemeinsam können wir die Lösung globaler Probleme angehen“, sagte Maas. „Deshalb ist ein intensiver Dialog zu den uns bewegenden Themen so wichtig, gerade auch jenseits der klassischen Diplomatie.“

Es ist die erste Reise Steinmeiers als Bundespräsident in die USA. Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump wird es nicht geben. Dennoch dürften bei den politischen Gesprächen auch die aktuellen Erschütterungen der transatlantischen Beziehungen eine wichtige Rolle spielen, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. (dpa)

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