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Musik

Ein sehr inspiriertes Preisträgerkonzert

Die Besten des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ zeigten im Regensburger Reichssaal ein exzellentes Niveau.
Von Claudia Böckel

Die Zwillinge Elisabeth und Seraphim Wöhl als „Master and Pupil“  Foto: Böckel
Die Zwillinge Elisabeth und Seraphim Wöhl als „Master and Pupil“ Foto: Böckel

Regensburg.Im Rahmen der Rathauskonzerte fand auch heuer das Preisträgerkonzert des 56. Bayerischen Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ statt. 17 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren musizierten durchweg auf hohem Niveau im wunderschönen Ambiente des Reichssaals. Von Wolfgang Graef, dem Leiter der Regensburger Musikschule, wurde der neue Leiter des Arbeitsbereiches „Jugend musiziert“, Martin Breuer, im Amt begrüßt. Drei Schüler der Regensburger Kaderschmiede, der Frühförderklasse für Violine an der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik, alle aus einer Familie, boten virtuose Violinmusik.

Victoria Klin (11) überzeugte mit Tosellis berühmter Serenade in angemessen romantischer Spielweise. Der 13-jährige Konstantin Klin zeigte seinen kraftvollen Ton und umsichtige Gestaltung anhand von E. W. Korngolds Gartenszene aus „Viel Lärm um Nichts“ op.11. Korngold hatte seine Suite zu Shakespeares Theaterstück ursprünglich für Symphonieorchester konzipiert. Der Erste Weltkrieg verhinderte eine Aufführung, der Komponist fertigte eine Version für Violine und Klavier an. Das dritte Stück, die Gartenszene, erzählt von einem Mädchen, das sich in einen Adeligen verliebt.

Kilian Klin (15) spielte Kabalewskis Rondo C-Dur op. 69 virtuos, auch mal mit perkussivem Zugriff. Er könnte vielleicht noch mehr von seiner eigenen Persönlichkeit einfließen lassen.

Klanglich abwechslungsreich

Die 17 Jahre alte Geigerin Annika Elsässer aus Erlangen spielte das Rondeau aus Mozarts G-Dur-Violinkonzert KV 216 klanglich abwechslungsreich und inspiriert. Bei ihr steht nicht der große Geigenton im Vordergrund, sondern die Abschattierung der einzelnen Phrasen. Die Eingänge gelangen ihr besonders gut. Der 14-jährige Heinrich Eiglsperger aus Straubing spielte zunächst „Marcia Energico“ aus Benjamin Brittens Sonate für Violoncello und Klavier op. 65, motorisch und kraftvoll, spannte dann die klanglichen Bögen in der Gigue aus Bachs C-Dur-Suite weit, agierte aufmerksam, ließ die Musik schwingen.

Eine raffinierte Interpretation von Teilen aus Peter Tschaikowskys Rokoko-Variationen für Violoncello lieferte Cosima Federle (16) aus Regensburg: spielerisch und elegant, zupackend und trotzdem fein. Für die Trompete war der 14-jährige Johannes Troiber aus Landau zuständig, bei Paul Jeanjeans Capriccioso B-Dur sehr einfühlsam begleitet von Veronika Troiber (11), bei zwei Sätzen aus Jean Hubeaus Sonate begleitet von Tobias Kurek (14). Perkussiv im Klavier, blitzsauber und schöne Linien entwickelnd auf der Trompete interpretierten die beiden das interessante Stück absolut überzeugend.

Für eine andere Farbe, für ein ganz sanftes Klangbild sorgten die beiden 16-jährigen Gitarristen Tom Hapke und David Seuß aus Selb. Milan Tesars „Suita Karussel“ spielten sie zart und ausdrucksvoll, mit Wärme und Witz den „Tango de Abril“ von Maximo Diego Pujol. Die erst zehnjährige Oboistin Elena Fischer spielte ihre kleinen Stücke von Mendelssohn und Pleyel sehr musikalisch, ruhig und absolut überzeugend, entwickelte schöne Linien. Lena Manz (12) begleitete fein. Marlene Düstersiek aus Lappersdorf bestach im Bereich Pop-Gesang bei den Songs „Never enough“ aus „The Greatest Showman“ und „Rolling in the Deep“ von Adele mit ihrer freien, klar geführten Stimme.

Kleine Performance

Über eine makellose Darstellung des Gesangsduetts aus Mendelssohn-Bartholdys Psalmvertonung op. 95 hinaus lieferten die Zwillinge Elisabeth und Seraphim Wühl aus Lappersdorf auch noch eine kleine Performance ab. Mit der Spielszene „Master and Pupil“ von John Hill Hewitt zeigten sie eine Gesangsstunde auf der Bühne. Die Zwölfjährigen haben so schöne Stimmen, singen ganz frei, haben eine glasklare Höhe und verstehen es schon jetzt, Linien auszusingen und sich in die Herzen der Zuhörer zu singen.

Offzieller Teil

  • Begrüßung: Auch von offizieller Seite fand die Veranstaltung „Jugend musiziert“ Beachtung. Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hieß alle Teilnehmer am Preisträgerkonzert willkommen.

  • Wechsel:

    Der Musikreferent des Staatsministeriums, Herbert Hillig, jetzt neuer Chef des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, wurde offiziell verabschiedet.

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