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Leistungsschau

Eine Ausstellung mit vielfältiger Kunst

Die Jahresschau des Berufsverbandes Bildender Künstler in Ostbayern zeigt Malerei, Grafik, Fotografie und Skulpturen.
Von Gabriele Mayer

Blick in die Ausstellung im Kunst und Gewerbeverein Foto: Ludwig Bäuml
Blick in die Ausstellung im Kunst und Gewerbeverein Foto: Ludwig Bäuml

Regensburg.Die „Große Ostbayerische Kunstausstellung 2019“ (GOK), die Jahres-Leistungsschau der Mitglieder des Berufsverbands Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz, findet heuer turnusmäßig wieder in den weitläufigen Räumen des Regensburger Kunst- und Gewerbevereins statt. 120 Kunstschaffende haben 300 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur und Installation eingereicht, 100 Arbeiten wurden von der verbandsinternen Jury für die weitläufige Schau ausgewählt.

Auch diesmal treffen viele Werke etablierter Mitglieder auf junge Talente, und Ältere zeigen neuartige Ansätze: Der Linien-Akrobat Paul Schinner etwa ist mit fließenden blauen Farbflächen vertreten, Riepl mit der Gegenständlichkeit umstürzender Gebäude oder Gisela Conrad mit dynamischen Strichbündelungen in Gelb und Grün. Der Gesamteindruck der Ausstellung: locker, vielfältig. Und vieles wirkt in der einen oder anderen Art bewusst zerrissen, wie etwa die Metall-Skulptur von Heidi Gerhardinger oder die winzigen, wilden Gitterstrukturen Manfred Mayerles.

Leere Sprechblase in blau

Der hintere Raum gehört dem Menschen. Zwei Stein-Menschen von Florian und Michaela Geissler fallen durch ihre Große und zeitlose Abstraktheit ins Auge. Daneben Martin Rosners Foto in Gelb und Schwarz: ein Schwarzer mit Brille in der Sonne am plastikbestückten Strand, im Leuchtkasten angestrahlt, mehr Multikulti-Präsenz geht nicht. An der Wand daneben hängt ein kritisch-politisches Bild von Bernhard Weiß. Es zeigt ein menschliches Gesicht mit Brille in grellen Farben, die leere Sprechblase vor dem Mund ist blau umrandet, der Mund selbst ist weg, verklebt. Gegenüber hängt eine Frauendarstellung von Jürgen Schönleber, dunkle, statte Farben. In ihrer Krudheit anmutig: die Gebückte. Doch nichts thematisch oder stilistisch wirklich Provokatives ist in der Schau dabei. Dafür viel Geometrisches. Und viel Zartes. Bleistiftgestrichelte engere Gitter in engen Gittern von Peter Dorn, mit Assoziationen im Kleinen ans Gefängnis im Großen.

Die Ausstellung

  • Werke: Die „Große Ostbayerische Kunstausstellung 2019“ präsentiert 100 Werke aus Malerei, Graphik, Fotografie, Installation und Skulptur. Sie ist die Leistungsschau des Berufsverbands Bildender Künstler in Niederbayern und der Oberpfalz

  • Öffnungszeiten:

    Die Ausstellung läuft bis 24. April im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg, geöffnet Dienstag bis Sonntag 12 - 18 Uhr.

Der Materialkünstler Ludwig Bäuml hat einen alten Rechen, ein Holzfass-Brett und Kleinteile zu einem elegant-archaischen Kunst-Ding gefügt. Barbara Sophie Höcherl zeigt merkwürdige große Pflanzenstände, die völlig künstlich wirken. Tone Schmid ist mit Pinienzapfen, die sich in einen Betonbrocken hinein- oder herausgesprengt haben, dabei. In mehreren Exponaten kommen die Natur und das Ländliche zur Geltung, beides spielt in der ostbayerischen Kunst eine fundamentale, aber bedauerlicherweise abnehmende Rolle.

Die Fotografie behauptet mittlerweile selbstverständlich ihren Platz. Geben wir ihr auch hier Raum. Ein junger Künstler, Herbert Stolz, hat einen alten, sehr ausladenden Baum fotografiert. Mal zerlaufen die grünen Blätter und Triebe wie Malerei, gleich daneben sind sie gestochen scharf, das geht ineinander über als würden die Sinne trügen, als wäre die Optik falsch oder der Baum voll Magie.

Kunst mit der Drohne

Magisch ist die Dünen-Wüste bei Erich Spahn, als würde es sich um golden leuchtende Wellen eines schwarzen Himmels-Meeres handeln. Mit einer futuristischen Foto-Komposition aus der Vogelperspektive, an Altdorfer-Panoramen erinnernd und in die Zukunft weisend, beeindruckt Lena Schabus. Denn ihr Foto-Puzzle aus Gegenwarts-Versatzstücken wirkt in der Nahsicht plötzlich sehr fremd, ja bedrohlich. Das Bild von Stephan Fürnrohr wurde von einer Drohne aufgenommen. Zauberhaft, scharf und bunt. Der Spind an der Wand vom Trompe l´oeil-Experten Bircheneder ist echt, jedenfalls auf seine Art echt, trotzdem mit Überraschungseffekt. Dies sind nur einige Beispiele aus der umfangreichen Ausstellung. Es gibt Neu- und Weiterentwicklungen und künstlerisch hochwertige Positionen, wobei die einzelnen Werke sich im Zusammenspiel zudem gegenseitig bereichern.

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