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Würdigung

Eine CD für den großen Kirchenmusiker

Zu Ehren des international renommierten Regensburger Gregorianik-Experten erscheint eine CD mit Musik aus der Alten Kapelle.
Von Britta Schönhütl, MZ

Professor Josef Kohlhäufl, 2011: Damals erhielt er von der Stiftung Aventinum im Regensburger Hotel Bischofshof eine Auszeichnung
Professor Josef Kohlhäufl, 2011: Damals erhielt er von der Stiftung Aventinum im Regensburger Hotel Bischofshof eine Auszeichnung Foto: altrofoto.de/MZ-Archiv

Regensburg.„Die Orgel wird seit alters und zu Recht als die Königin der Instrumente bezeichnet, weil sie alle Töne der Schöpfung aufnimmt und die Fülle des menschlichen Empfindens von der Freude bis zur Traurigkeit, vom Lob bis zur Klage zum Schwingen bringt. Die Vielfalt ihrer Klangfarben, vom Leisen bis zum überwältigenden Fortissimo, erhebt sie über alle anderen Instrumente.“ Mit diesen feierlichen Worten segnete Papst Benedikt XVI. am 13. September 2006 die nach ihm benannte Orgel in der Alten Kapelle in Regensburg. Ein ganz besonderer und sehr persönlicher Tag für den damaligen Stiftskapellmeister Josef Kohlhäufl, der an der Planung und Realisierung der „Papst-Benedikt-Orgel“ maßgeblich mitverantwortlich war und mit der Orgelweihe den Höhepunkt seines Schaffens miterleben durfte. Am Mittwoch feiert Josef Kohlhäufl, der international renommierte Gregorianik-Experte, der Ehrenstiftskapellmeister der Alten Kapelle und Träger des Bundesverdienstkreuzes für sein kirchenmusikalisches Werk, seinen 80. Geburtstag.

Lesen Sie mehr über Josef Kohlhäufl: hier

Kohlhäufl begann seine Laufbahn nach dem Studium an der Kirchenmusikschule in Regensburg bei den Regensburger Domspatzen als Chorleiter und Magister Choralis. Von 1976 bis 1990 war er als Diözesanmusikdirektor des Bistums Regensburg tätig, ehe er 1990 zum Professor für Gregorianik und Liturgik an die Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien berufen wurde.

Er leitete eine Reihe von Ensembles

Von 1984 bis 2011 wirkte er zudem als Stiftskapellmeister der Alten Kapelle in Regensburg und wurde anschließend zum Ehrenstiftskapellmeister ernannt. Neben dem Chor der Alten Kapelle leitete er auch den Regensburger Motettenchor, den Männerchor, die Choralschola ehemaliger Regensburger Domspatzen und gründete 1998 zudem ein Ensemble Regensburger Vokalsolisten.

Konzert für Josef Kohlhäufl

  • Die CD:

    Die CD ist ab Mittwoch in der Regensburger Dombuchhandlung sowie in der Musikalienhandlung Feuchtinger & Gleichauf erhältlich: 17,90 Euro, Bestell-Nr: TXA15058, Label: TYXart, www.chromart-classics.de.

  • Konzert:

    Anlässlich des 80. Geburtstages von Josef Kohlhäufl findet am 2. April (18 Uhr) ein Orgelkonzert in der Alten Kapelle mit freiem Eintritt statt. Prof. Norbert Düchtel spielt Werke unter anderem von Bach, Rheinberger und Reger.

Und wieder sind es die damaligen Worte Papst Benedikts XVI., die Josef Kohlhäufls musikalisches Wirken so treffend beschreiben sollten: „Die Pflege der liturgischen Kirchenmusik in der Alten Kapelle war von überregionaler Bedeutung und machte Regensburg zu einem Zentrum der kirchenmusikalischen Reformbewegung, deren Auswirkung bis in die Gegenwart reicht.“ Um die „Regensburger Tradition“ der Vokalpolyphonie und deren Erneuerung in Kohlhäufls Amtszeit gebührend wertzuschätzen, erhält Josef Kohlhäufl nun ein wunderbares Geburtstagsgeschenk zu seinem 80. Lebensjahr: Die CD „Regina Coeli – A cappella-Musik aus der Basilika Alte Kapelle“ beinhaltet eine Reihe von Ersteinspielungen herausragender Zeugnisse der Palestrina-Rezeption, gesungen unter anderem vom Regensburger Motettenchor und den Regensburger Vokalsolisten unter der Leitung von Josef Kohlhäufl. Neben der Missa Nos autem gloriari von Francesco Suriano sind auch Werke der Regensburger Komponisten Gregor Aichinger und Michael Haller vertreten. Doch der Besonderheit der Aufnahmen kommt man wohl am besten mit Oscar Wilde auf die Spur: „Die Musik ist der vollkommenste Typus der Kunst: Sie verrät nie ihr Geheimnis.“ Das Geheimnis dieser CD könnte sein: Josef Kohlhäufl.

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