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Theater

Eine Komödie ohne Verharmlosung

Klaus Kusenberg inszeniert die Komödie „Wer hat Angst vorm weißen Mann?“ Darin wird Fremdenhass thematisiert.
von Bettina Gröber

Schauspieldirektor und Regisseur Klaus Kusenberg. Foto: Gröber
Schauspieldirektor und Regisseur Klaus Kusenberg. Foto: Gröber

Regensburg.Er hat sich gut eingefunden in der neuen Wirkungsstätte: Als Schauspieldirektor des Theaters Regensburg hat sich Klaus Kusenberg nach einigen Monaten bereits davon überzeugt, dass sowohl Publikum als auch Ensemble seinen Erwartungen im positiven Sinne entsprechen.

Eine „entspannte, liberal-bürgerliche Stadt“ habe er vorgefunden, die auch mit einer gewissen Neugier auf das reagiere, was auf der Bühne geschehe: „Da gibt es keine Scheuklappen, nichts Vernageltes“, so Kusenberg. Da könnte die bevorstehende Uraufführung der Komödie „Wer hat Angst vorm weißen Mann“ durchaus so etwas wie eine Nagelprobe für die von Kusenberg gelobte Toleranz werden – handelt es sich doch um ein Stück, das sich zwar mit Humor, doch auch schonungslos mit alltäglichem Rassismus, mit der Ablehnung des Fremden auseinandersetzt.

Fremdenfeindlichkeit humoristisch thematisiert

Wie viele vom Schlag eines Metzgers Franz, der sich als Untoter mit dem kongolesischen Asylbewerber Alpha zusammentun muss, um den Laden der Tochter zu retten, gibt es in diesem unserem Land? Die unausgesprochene Frage ist einer der zentralen Aspekte der Komödie. Regisseur Kusenberg beurteilt die Gegenwart mit Blick auf das Ausmaß von Fremdenfeindlichkeit vorsichtig optimistisch: „Immerhin leben wir in einem gesellschaftlichen Zusammenhang, in dem eine derartige Einstellung nicht Konsens ist und wo man darüber lachen kann. Das nehme ich als gutes Zeichen.“

Heuberger und Körner auf der Bühne

Das ernste Thema als Komödie zu inszenieren, sei auf keinen Fall eine Verharmlosung, betont Klaus Kusenberg: „Wir wollen hier nichts ‚weglachen‘.“ Zudem trage das Stück auch tragikomische, emotionale Momente in sich – ohne dass man aber in „die sentimentale Schleife“ verfalle. Eine gewisse Härte werde beibehalten, so der Regisseur. Diese Art von Realismus ergibt sich allein schon aus dem Ausgang der Handlung: Bis zuletzt bleibt der grundlegende Konflikt zwischen Franz und Alpha ungelöst.

„Ich habe genau die Richtigen erwischt.“

Schauspieldirektor und Regisseur Klaus Kusenberg über das Ensemble

Für die Darsteller ergibt sich daraus die Notwendigkeit, ihr Handwerk mit jener „Seele“ auszuüben, die sich Kusenberg zu seinem Einstand als Schauspieldirektor in Regensburg vom Ensemble gewünscht hatte. Der Regisseur ist mit der Besetzung der bevorstehenden Uraufführung zufrieden: „Ich habe genau die Richtigen erwischt.“ Die Rolle des Metzgermeisters spielt Michael Heuberger, als Alpha wird Toks Körner auf der Bühne stehen.

Die Uraufführung von „Wer hat Angst vorm weißen Mann“ findet am 17. November, 19.30 Uhr, im Theater am Bismarckplatz statt. Weitere Informationen gibt es unter www.theater-regensburg.de.

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