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Bühne

Eine Operngala mit Freunden

Zwei Jubiläen gab es am Theater Regensburg zu feiern: 30 Jahre Theaterfreunde und 30 Jahre Partnerschaft mit Québec.
Von Claudia Böckel

  • Die Kanadierin Cécile Muhire gewann sofort die Herzen ihrer Zuhörer – hier im Duett mit Brent L. Damkier. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
  • Theodora Varga präsentierte Franz Lehárs „Meine Lippen, sie küssen so heiß“.
  • Carrigan MacDonald und Quentin Nabor tanzten ein Pas de Deux.
  • Seymur Karimov sang „Mein Sehnen, mein Wähnen“ wunderbar.

Regensburg.„Der Kunst zugetan – Musis faventibus“ steht über dem Hauptportal des klassizistischen Theatergebäudes in Regensburg auf dem Bismarckplatz. Diesem Wahlspruch fühlen sich nicht nur die dort tätigen Künstler und Besucher verbunden, sondern auch die Theaterfreunde Regensburg. 1989 gründeten kunstsinnige Regensburger Bürger die „Gesellschaft der Freunde der Städtischen Bühnen Regensburg“, aus denen die „Theaterfreunde Regensburg“ hervorgingen. Die Ziele sind die gleichen geblieben: die Unterstützung und Förderung des Theaters Regensburg, ein Bindeglied sein zwischen Theater und Publikum, die Realisierung außergewöhnlicher Projekte.

Unter dem Vorsitz der sehr aktiven Ursula Michalke ist die Mitgliederzahl auf fast 500 angewachsen. Unermüdliche Spendenakquise ist ihr Ding, es fallen ihr immer wieder neue dazu Wege ein. Das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen der Theaterfreunde ist aber auch noch kombiniert mit einem weiteren Jubiläum: Seit 30 Jahren verbindet Bayern eine enge Partnerschaft mit der kanadischen Region Québec im Osten Kanadas. Man arbeitet auf verschiedenen Wissensgebieten zusammen.

Chance für Nachwuchssänger

Bei der Operngala im Theater Regensburg wurde man vor allem aufmerksam gemacht auf das Programm „Jeunes Ambassadeurs Lyriques“, auf die „Jungen OpernbotschafterInnen“. Junge Nachwuchssänger aus verschiedenen Ländern erhalten bei einem großen Vorsingen in Montreal Stipendien und Praktika an bayerischen Opernhäusern. Auch Intendant Jens Neundorff von Enzberg war schon oft dort, filterte aus 100 jungen Sängern und Sängerinnen 16 bis 20 interessante Stimmen heraus, die dann an die Opernhäuser in Augsburg, Würzburg und Regensburg eingeladen werden. Er bezeichnete in seiner Rede diese Art der Künstlerfreundschaft als Wahlverwandtschaft und bemühte sogar Cicero: „Was ist ein Freund? Ein anderes Ich; zwei Seelen in einer.“

Bei der Operngala lernte man wunderbare junge Sänger kennen und auch ein Tänzerpaar, das mit der Choreographie „Dans ma main“ von Gaby Baars einen zauberhaften Pas de Deux zum Thema „Wer hat wen in oder an der Hand?“ zeigte. Das Philharmonische Orchester Regensburg saß diesmal auf der Bühne, nicht im Graben und unterstützte die Sänger und Ensembles, wo es nur konnte. Generalmusikdirektor Chin-Chao Lin hatte zwar die Sänger im Rücken, dank Monitortechnik konnten die ihn aber gut sehen und seine Anregungen abnehmen. Höhepunkte aus den schönsten Opern und Operetten waren im Programm, Inniges, Lustiges, Dramatisches.

Die junge Kanadierin Cécile Muhire gewann sofort die Herzen der Zuschauer mit ihrer frischen, klar geführten Sopranstimme und ihrer bezaubernden Ausstrahlung. In Mozarts „Reich mir die Hand, mein Leben“ mit Bassbariton Jean-Philippe Mc Clish führte sie ihren Partner augenzwinkernd und nicht nur musikalisch sehr raffiniert an der Nase herum. Aus Verdis „Don Carlo“ sang sie ein Duett mit der Mezzosopranistin Geneviève Lévesque, deren Tremolo selbst für Verdi zu groß geriet. Jean-Philippe Mc Gish war dann noch mit dem „Toréador“ aus Bizets „Carmen“ zu hören, bestens unterstützt von den drei Solistinnen und dem aufmerksam agierenden Opernchor, der vorher schon einen vergeistigten Gefangenenchor sehr gepflegt abgeliefert hatte.

Das Publikum war begeistert

Auf Wunsch von Uschi Michalke kam Wagners „Tannhäuser“ ins Programm, die Hallenarie gut abschattiert und mit einer gewissen Kühle interpretiert von Sally du Randt vom Staatstheater Augsburg. Adam Kruzel vom Theater Regensburg war mit dem „Abendstern“ gut bedient, ließ ihn so intensiv leuchten wie die Sterne, die die Bühnenrückwand zierten. Vera Egorova-Schönhöfer sang intensiv Dalilas Arie „Mon Coeur“, zauberhaft begleitet vom Orchester. Brent L. Damkier verbreitete viel Spaß mit dem „Vogelhändler“ von Carl Zeller, Seymur Karimov gestaltete sehr schön, innig und intensiv „Mein Sehnen, mein Wähnen“ aus der „Toten Stadt“ von Korngold. Im roten Kleid versprühte Theodora Varga Lehár-Klänge, ideal abschattiert und raffiniert. Tenor Yinjia Gong strahlte stimmgewaltig bei Lehár und Puccinis „Nessun dorma“ aus „Turandot“. Das begeisterte Publikum erklatschte sich drei Zugaben aus West Side Story, Traviata und der Fledermaus.

Der Verein

  • Einsatz:

    Geld geht an die Stiftung Theater und an das Junge Theater, ein Förderpreis wird ausgelobt. Ausländische KünstlerInnen erhalten kostenlosen Sprachunterricht.

  • Uschi Michalke: „Wir wollen eine Lobby für das Theater Regensburg sein“.

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