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Aufnahme

Eine Reise zu nostalgischen Gefühlen

Das Vulkan Quartett entführt musikalisch nach Italien, Frankreich und immer wieder nach Lateinamerika.
Von Gerhard Dietel, MZ

Gehobene Salonmusik steht im Mittelpunkt der neuen CD.
Gehobene Salonmusik steht im Mittelpunkt der neuen CD. Foto: tyxart

Regensburg.„Vojago“ – geheimnisvoll lockt der Titel den Betrachter, und die Erinnerung an das ähnliche englische „Voyage“ führt auf die richtige Spur: Im besten Esperanto laden die Musiker des Vulkan Quartetts den Hörer auf ihrer neuen CD zu einer musikalischen Reise mit zahlreichen internationalen Stationen ein. Der gehobenen Salonmusik gehört das Repertoire der Einspielung an, denn ihr haben sich die vier Musiker des im Jahr 2009 entstandenen und seit 2011 in heutiger Besetzung auftretenden Ensembles verschrieben: der Tenor Arpad Vulkan, der Pianist Hans Martin Gräbner, der Geiger Sándor Galgóczi und der Kontrabassist Frank Wittich, allesamt Künstler, die am Regensburger Theater tätig oder ihm verbunden sind.

Nostalgische Gefühle kommen beim Abspielen der CD auf, zumindest wenn die eigenen Jugenderinnerungen weit genug zurückreichen: nämlich bis in die 1960er Jahre, als seinerzeit der Kinderstar Heintje mit Cesare Andrea Bixios „Mamma“ die Herzen von Müttern rührte, oder gar bis ins Jahr 1959, wo Rocco Granatas „Marina“ wochenlang die deutsche Schlager-Hitparade anführte und aus allen Radios erschallte.

Aus noch fernerer Vergangenheit grüßen populäre Nummern der neapolitanischen Volksmusik wie „O sole mio“ oder Leoncavallos für die Frühzeit der Tonaufzeichnung komponiertes „Mattinata“ herüber. Andere zeitliche wie räumliche Ausflüge versetzen den Hörer in Fritz Kreislers Wien (beim rein instrumentalen „Rosmarin“), nach Frankreich, und vor allem immer wieder nach Lateinamerika, vertreten unter anderem durch den Tango-Sänger und -Komponisten Carlos Gardel.

Zupackend musiziert das Vulkan Quartett alle diese Nummern – viel Schmelz und Glut legt Arpad Vulkan in seine inbrüstig gesungenen Vokalpartien, und Sándor Galgóczi steht ihm mit seinem schwelgerisch üppigen Geigenspiel nicht nach.

In klarer Rollenverteilung bilden die übrigen Ensemblemitglieder das stabile Fundament für diesen Überschwang: Hans Martin Gräbner am Flügel mit perlenden Tongirlanden, aber auch markanten Tango-Rhythmen sowie Frank Wittich, der seinen Kontrabass gelegentlich auch einmal aus dem Hintergrund herausführen kann und melodisch aufblühen lassen darf.

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