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Einstand mit drei Konzerten

Der Konzertpianist der Bamberger Symphoniker Andreas Weimer stellt sich nun in Regensburg vor: im Konzert „Trio á quattre“ im Wolfgangssaal.
Von Susanne Wiedamann, MZ

  • Konzertpianist Andreas Weimer Foto: Vincent Schmucker
  • Ursula Haeggblom (l.), Lucie de Roos und Christoph Müller (r.) spielen am Freitag mit Weimer im Wolfgangsaal. Foto: Christof Kuen
  • Andreas Weimer gibt drei Konzerte in seiner Wahlheimat Regensburg. Foto: Vincent Schmucker

Regensburg. Ein bisschen verspätet ist dieser Einstand schon: „Höchte Zeit“, gesteht Andreas Weimer. Seit 2008 wohnt der Konzertpianist mit seiner Familie im Raum Regensburg, erst in der Altstadt der Oberpfälzer Metropole, jetzt, nach überstandenem Hausbau westlich der Stadt, in Undorf. Mit drei Konzerten will sich der Pianist, der als Solist und Kammermusiker gleichermaßen gefragt ist, in der Region vorstellen.

Das erste Konzert geht am Freitag im Wolfgangssaal über die Bühne: „Wir spielen Werke der deutschen und französischen Romantik. Wir spielen zu viert – nur Trios“, sagt Weimer. „Trio á quattre“ ist folgerichtig der Abend betitelt, bei dem Werke von Saint-Saëns, von Weber, Gaubert und von Zemlinsky zu hören sind. Mitglieder des Quartetts um den Soloklarinettisten der Bamberger Symphoniker, Christoph Müller, sind außer Weimer noch die Flötistin Ursula Haeggblom sowie die Solocellistin im Orquesta de Ciudad de Grenada Lucie de Roos, beide ebenfalls bei den Bamberger Symphonikern engagiert.

Andreas Weimer selbst ist seit 1996 bei den Bambergern verpflichtet. „Das ist ein tolles Orchester“, schwärmt der Pianist. Das Orchester, dessen Konzerte rund acht Aboreihen pro Spielzeit füllen und das sich auch in einem hohen Maße durch die Abonennten finanziert, ist international gefragt und viel unterwegs: in China, Japan, New York, Berlin… Als Pianist braucht man für die unterschiedlichen Anforderungen viel Erfahrung und ein hohes Maß an Belastbarkeit. „Das ist sehr anstrengend, wenn man nur zwei oder drei Proben hat für ein neues Programm, vor allem, wenn es auch noch Neue Musik ist“, sagt Weimer.

Der Pianist ist stilistisch breit aufgestellt. „Ich hab fast alles gemacht, außer Jazz.“ Lange hat er sich mit Salonmusik befasst und hierfür extra alte Schallplattenaufnahmen ungarischer Kaffeehausmusik abgehört. Zehn Jahre spielte er mit dem Bamberger Genberg-Klaviertrio, arbeitete mit namhaften Künstlern wie dem Rezitator Mario Freivogel, dem Wiener Soloklarinettisten Reinhard Wieser und dem Posaunisten Carl Lenthe (Bloomington) zusammen, machte viel Liedbegleitung für die lyrische Sopranistin Regina Klepper und spielte als Solist mit etlichen Ensembles, vom SSO Marburg, der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie bis zum Weidener Kammerorchester.

Er hat viel Neue Musik gemacht, unter anderem für eine Konzertreihe der Villa Concordia in Bamberg, und vier CDs mit Neuer Musik eingespielt. „Das hat mich lange beschäftigt. Da greift man zum Beispiel mit einem Radiergummi ins Instrument.“ Seine CD-Produktion „Hommage a E. T. A. Hoffmann“ wurde 2003 in die Bestenliste der Neuen Musikzeitung geählt. Viele Werke des Ungarn József Sári, Komponist der Oper „Der Hutmacher“, die in Regensburg 2008 Premiere feierte, hat er auf CDs aufgenommen, aber auch beispielsweise Werke von Wilhelmine von Bayreuth.

Weimer unterrichtet an der Universität Bayreuth und an der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg. Und er gibt schon den Kleinsten ab vier Jahren Unterricht. „Dafür gibt es einen enormen Bedarf in Regensburg.“ Den Schülern will er vor allem auch eines vermitteln: „Nicht so viel Kopf, sondern viel Ohr!“

Nun will sich Weimer in der Region besser etablieren – und Kontakte knüpfen. Nach dem Konzert am Freitag ist er im November gleich noch zweimal zu hören – diesmal als Solist auf einem Steinway aus dem Jahr 1924 – im und zugunsten des Blindeninstituts. Von dieser Einrichtung ist Weimer fasziniert. Und von den Kindern dort: „Die sind unglaublich empfänglich für klassische Musik.“

Service

Am Freitag, 4. Oktober ist Andreas Weimer im Kammerkonzert „trio á quattre“ um 19.30 Uhr im Wolfgangsaal der Domspatzen, Reichstraße 22, zu hören. Auf dem Programm stehen: Carl Maria von Webers Trio für Flöte, Violoncello und Klavier, g-Moll op. 63; Camille Saint- Saënss Tarantella für Flöte, Klarinette und Klavier; Philippe Gauberts „Trois Aquarelles“ für Flöte, Violoncello und Klavier; Alexander von Zemlinskys Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 3; Karten gibt es unter Tel. (0 94 04) 507 04 45.

Am 28. und 30. November gibt Andreas Weimer zwei Benefizkonzerte im und für das Regensburger Blindeninstitut: Der Pianist spielt Mozarts KV 283 (G-Dur), Beethovens Patethique, Schubert 4 Impromptus op.90 und Chopins Scherzo b-moll.

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