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Kunst

Ernst Fuchs’ opulenter Altersstil

Handkolorierte Lithographien und Radierungen des phantastischen Realisten Ernst Fuchs sind in der Regensburger Galerie von Ludwig Hammer zu sehen.
Von Gabriele Mayer, MZ

  • Das Bild „Blumenhut“ (Ausschnitt) von Ernst Fuchs ist in der Galerie Hammer ausgestellt.Foto: Hammer
  • Der Malerfürst Ernst Fuchs war schon öfter Gast in Regensburg. Foto: Hammer
  • Ausschnitt eines Stilllebens von Ernst FuchsFoto: Hammer
  • Ernst Fuchs bei der Arbeit im Atelier Foto: Hammer
  • Galerist Ludwig Hammer (l.) bei einem Besuch bei Ernst Fuchs in Wien Foto: Hammer

Regensburg. Der österreichische Künstler Ernst Fuchs war vor einem halben Jahrhundert zusammen mit anderen der Erfinder des sogenannten „phantastischen Realismus“, einer figurativen bildnerischen Richtung, die vom Jugendstil und Surrealismus profitierte und sich im zuckersüß-abgründigen Wien pudelwohl fühlen musste. Freilich hatte diese technisch ausziselierte, immer frech das Altmeisterliche zitierende, opulente Malerei stets auch eine Schlagseite in Richtung Fantasy, und raunend bediente sie sich bei allerlei Sagen- und Mythenwelten.

Passend dazu trat Fuchs als kunterbunt ausstaffierter Malerfürst in Erscheinung. Und jüngst machte der 82-Jährige 16-fache Vater mit der Absicht von sich reden, eine seiner langjährigen Geliebten zu heiraten: Glückwunsch also. Im derzeitigen Kunstbetrieb wirkt Fuchs antiquiert, man könnte auch sagen, er ist seinem Markenzeichen treu geblieben. Und Malerfürsten gibt es natürlich auch noch in der jüngeren Generation, nur die Insignien haben sich mit der Zeit etwas geändert.

Die Galerie Hammer veranstaltet nun eine kleine Ausstellung mit Radierungen und lithographischen Arbeiten von Ernst Fuchs, die man deshalb als Unikate bezeichnen kann, weil sie der Künstler jeweils eigenhändig koloriert hat und dies auf sehr anmutige und feine Weise. Vom erotischen Altersstil sprach Galerist Ludwig Hammer in diesem Zusammenhang. Eine Leda mit Schwan ist da zum Beispiel zu sehen, wobei das Tier so groß ist, dass es, leuchtend wie die Sonne, das ganze Firmament einnimmt.

Einer monumentalen Eva windet sich die Schlange wie ein sündiges Kleidungsstück um die Hüften, in düsterem Lila und Grau erstrahlen die Farben dieser Inszenierung. Ein Adler in den Lüften spielt mit der Schlange als wäre sie ein buntes Frühlingsband. Dazwischen anmutige, blumenumrankte Mädchenköpfe wie aus dem Bilderbuch. Festlich ist stets das Oberflächliche, feierlich die Morbidität und kraftvoll die Verspieltheit dieses Künstlers.

Infos

Der Künstler wurde am 13. Februar 1930 in Wien geboren. 1948 gründete er zusammen mit Wolfgang Hutter, Erich Brauer, Rudolf Hausner und Anton Lehmden „Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus“.

1958 eröffnete Ernst Fuchs seine erste eigene Galerie in Wien. 1950 ging er für 12 Jahre nach Paris. 1959 gründete er mit Arnulf Rainer und Friedensreich Hundertwasser das „Pintorarium“.

1995 war Fuchs in Regensburg und eröffnete im DEZ und in der Galerie Hammer Ausstellungen seiner Bilder.

Die Galerie Hammer, Untere Bachgasse 6 in Regensburg, zeigt eine Graphikausstellung mit Werken von Ernst Fuchs. Die Ausstellung ist Montag bis Samstag, jeweils 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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