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Konzert

Felix Friedrichs Orgel-Raritätenkabinett

Der Altenburger Domorganist brachte nach Regensburg selten gehörte Werke mit – ein buntes Programm, das gut ankam.
Von Gerhard Dietel

Domorganist Felix Friedrich brachte in Regensburg seltene Werke zu Gehör. Foto: Ronny Seifarth
Domorganist Felix Friedrich brachte in Regensburg seltene Werke zu Gehör. Foto: Ronny Seifarth

Regensburg.Bach oder andere Schwergewichte des Orgelmusik-Repertoires: sie fehlen völlig beim zweiten der Orgelkonzerte im Regensburger Dom. Stattdessen entführt Felix Friedrich, seines Zeichens Altenburger Domorganist, die Schar seiner Zuhörer in ein musikalisches Raritätenkabinett. Werke von Komponisten hat er mitgebracht, von denen man noch nie gehört hat, oder von denen man nicht vemutete, sie hätten jemals für die Orgel geschrieben.

Der einzige, der sich nicht in diese Beschreibung einfügt, ist Franz Liszt, der bekanntlich gewichtige Beiträge zum Orgelmusik-Bestandes leistete. Felix Friedrich, der es vorzieht, vom Spieltisch im Chorraum aus zu agieren, eröffnet den Abend mit einem Lisztschen „Preludio“, das die Grundtonart Es-Dur umkreist, immer wieder in entlegenere Bezirke ausweicht und doch stets raffiniert zu ihr als Zentrum zurückkehrt.

Wer aber kennt Bedrich Smetana, den Schöpfer der „Verkauften Braut“ und der „Moldau“ als Autor von Orgelwerken? Felix Friedrich fördert aus Smetanas Schaffen in dessen Jugendzeit entstandene Präludien zu Tage, Charakterstücke überwiegend sanft-melodischer Haltung, geschaffen „zur Wandlung der katholischen Messe“. Ebenso überrascht ist man, dass auch Stanislaw Moniuszko, der „Vater der polnischen Nationaloper“, Orgelpräludien verfasste, die sich sogar noch besser in den liturgischen Rahmen einfügen, weil in ihnen Kirchenlieder verarbeitet sind.

Überaus bunt geht es im Übrigen zu. Aus der Feder des Konzertorganisten Bedrich Antonin Wiedermann (1883-1951) ertönt ein „Hochzeitsmarsch“ als Stilkopie Händelscher Musik, und von dem Norweger Ludvig Nielsen (1906-2002) eine Orgelfantasie, die motivisch aus den Glockentönen des Trondheimer Nidaros-Domes entwickelt ist. Seinem Amtsvorgänger Wilhelm Stade (1817-1902) erweist Friedrich Reverenz, als er dessen „Andante und Fugato über B-A-C-H“ zu Gehör bringt.

Ein zündendes Finale

Über fünfzig zeitgenössische Werke hat Friedrich bereits uraufgeführt. Kostproben davon enthält sein Regensburger Programm mit „Loure für große Kirchenorgel“ von Maximilian Kreuz (geboren 1953), in dem ein Thema aus einer Suite Telemanns teils tänzerisch, teils mit dem Fokus auf seine Harmonien variiert wird. „Jupiter“ op. 53. des gleichaltrigen Paul Hertel lässt Friedrich ruhig und meditativ beginnen und steigert sich dann strahlend. Als das zündende Finale seines Vortrags dient Friedrich eine Toccata über ein mallorquinisches Kirchenlied von Antoni Martorell (1913-2009): Musik, die in ihrer pulsierenden Bewegung an die berühmte Toccata Widors erinnert.

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