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Musik

Frisches Debüt der KammerVielHarmonie

Beim ersten Auftritt mit ungewöhnlichem Programm unterstützte Klangpoet Ashley Fripp das neugegründete 20-köpfige Ensemble.
Von Ulrich Alberts, MZ

Der britische Pianist Ashley Fripp war Solist des Abends beim Konzert im Kloster Walderbach.
Der britische Pianist Ashley Fripp war Solist des Abends beim Konzert im Kloster Walderbach. Foto: Fripp

Walderbach.Beim ersten öffentlichen Auftritt der KammerVielHarmonie wurde den Zuhörern im Barocksaal des Klosters Walderbach mit „Opus 11 – elfte Werke“ ein nicht alltägliches Programm in ungewohnter Besetzung dargeboten. Mit Ashley Fripp als Solist erklang Chopins 1. Klavierkonzert op. 11 und vor der Pause das Opus 11 von Johannes Brahms: seine Serenade in D-Dur. Als wäre diese Paarung nicht schon ungewöhnlich genug, brachten die Musiker überdies beide Stücke in einer Kammermusikfassung des Geigers und Orchestermitglieds Markus Schindlbeck, die auf gedoppelte Bläserstimmen und Pauke verzichtete, zur Aufführung.

Die KammerVielharmonie besteht aus 20 Musikern, die sich im Kammerorchester und Symphonieorchester der Universität Regensburg kennengelernt haben. Die Initiative zur Orchestergründung ging von Geiger und Dirigent Markus Schindlbeck sowie dem Klarinettisten Hans Kistler aus. Neben den Bläsern des Kammerorchesters der Universität Regensburg versammelten sich bei den Streichern unter anderem Mitglieder des Besamin Quartetts mit David Peterhoff am ersten Pult auf dem Konzertpodium.

Frisches und engagiertes Spiel

Beide vorgetragenen Kompositionen sind Jugendwerke ihrer Schöpfer. Chopin schuf sein Klavierkonzert mit 20 Jahren, Brahms war nur wenige Jahre älter, als er in Detmold seine Serenade komponierte. Chopins Konzert wurde schon zu Lebzeiten in einer Bearbeitung für Streichquartett und Klavier aufgeführt, während Brahms Opus 11 in einer – nicht überlieferten – Fassung für kleines Orchester oder Oktett-Besetzung konzipiert war.

Dem Grundprinzip gemeinsamen Musizierens, nämlich sensibles aufeinander hören, wurden die Musiker im Großen und Ganzen gerecht. Wer bei der Darstellung von Brahms Serenade die sinfonische Fassung im Ohr hatte, musste sich etwas umstellen. Insgesamt gelang den Instrumentalisten eine frische und engagierte Wiedergabe.

Ashley Fripps Annäherung an das e-Moll-Klavierkonzert von Chopin war hörbar keine aus dem Handgelenk geschüttelte Selbstverständlichkeit. Fripp passte sein Spiel der Akustik des Raumes und der reduzierten Orchesterbesetzung an und bot eine betont schlanke, in den Tempi flüssige Interpretation. In der Darstellung der Romanze erwies er sich zudem als Klangpoet, der aufs Beste mit den ihn begleitenden Musikern harmonierte.

Bei dem Beginn des ersten und dritten Satzes vermisste man allerdings in dieser Darbietung seitens des Orchesters die orchestrale Wucht und den klassischen Sturm und Drang. Den freudig applaudierenden Zuhörern gab Fripp noch den Walzer op. 17 Nr. 2 von Chopin als Zugabe mit auf den Heimweg.

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