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Musik

Harmonische Klänge aus Oboe und Orgel

Das norwegische Orchester „Barokkanerne“ macht beim Deutschlanddebüt im Rahmen der „Tage Alter Musik“ Lust auf Telemann.
Von Gerhard Dietel, MZ

„Barokkanerne“ aus Norwegen mit der Mezzosopranistin Marianne Beate Kielland und dem Oboist Alfredo Bernardini spielten in der Kirche St. Oswald Foto: altrofoto.de
„Barokkanerne“ aus Norwegen mit der Mezzosopranistin Marianne Beate Kielland und dem Oboist Alfredo Bernardini spielten in der Kirche St. Oswald Foto: altrofoto.de

Regensburg.Mag auch beim samstagnachmittäglichen Konzert in der Oswaldkirche Alfredo Bernardini mit seinem geschmeidigen Oboenspiel als Solist in einem c-Moll-Konzert Telemanns bestechen, Christian Kjos mit filigranen Tongirlanden in seinen konzertanten Orgelpassagen, so kann sich doch die norwegische Sängerin Marianne Beate Kielland am wirkungsvollsten in Szene setzen: in zwei Solokantaten Bachs gestaltet sie die Altpartien ebenso wohlartikuliert wie ausdrucksintensiv, schlank und doch mit weittragender Tonfülle. Mit idyllischer Ruhe zeichnet sie anfangs die Linien von Bachs „Vergnügter Ruh, beliebter Seelenlust“, um gleich darauf, im folgenden Rezitativ, eindringliche Rhetorik zu entwickeln. Geradezu fanfarenhaft hebt sie später, in Bachs „Geist und Seele wird verwirret“ das Textwort „Jauchzen“ hervor, und lässt das abschliessende „fröhliche Halleluja“ tänzerisch beschwingt erklingen.

Lust auf Telemann

Die Musik Georg Philipp Telemanns, der als angeblich blosser „Vielschreiber“ lange gering geschätzt wurde, erfährt seit einigen Jahren ihre berechtigte Rehabilitation. Das norwegische Orchester „Barokkanerne“ macht bei seinem Deutschlanddebüt im Rahmen der „Tage Alter Musik“ neuerlich Lust auf Telemann.

Regensburg taucht in die Alte Musik ein

Im Dialog wie Miteinander von Streichern und Oboen erschliesst „Barokkanerne“ mit federndem Spiel den schier überbordenden Einfallsreichtum von dessen „Ouverture“ in B-Dur, in denen zwischen Tanzsätzen französischen Geschmacks überraschend eine englische „Hornpipe“ und einige programmatisch inspirierte Sätze erscheinen. Diskret geleitet von Alfredo Bernardini gibt das norwegische Ensemble den einzelnen Suitensätzen klares Profil: dem gemessen-höfischen Menuett wie der sanft klagenden „Plainte“, dem rhythmisch pikanten „Passepied“ ebenso wie dem von Streichertremoli erregten „Combattimento“. Zwischenapplaus unterbricht einmal sogar die Aufführung: nach der temporeichen, mit viel dynamischen Überraschungen aufwartenden „Hornpipe“.

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