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Kultur
Samstag, 21. April 2018 28° 2

Musical

Hippies mit Trump auf Bühne

Angehende Musikpädagogen haben eine eigene „Hair“-Interpretation erarbeitet. Ende Januar wird sie aufgeführt.
Von Curd Wunderlich

In die Proben investieren Studenten und künstlerische Leitung seit rund zehn Monaten viele Stunden Arbeit. Foto: Wunderlich

Regensburg. Rund zehn Monate dauern die schweißtreibenden Probenarbeiten der Musikpädagogik-Studenten nun bereits an. Ende Januar ist es endlich soweit: 50 Jahre nach seiner Broadway-Premiere kommt das Rock-Musical „Hair“ an der Universität Regensburg an drei Abenden zur Aufführung. Darsteller, Musiker und Regie versprechen eine flippige Bühnenshow mit leidenschaftlichen Songs.

Die Thematik des Musicals, in dessen Mittelpunkt die Hippie-Bewegung steht, sei politisch wie gesellschaftlich nach wie vor hochaktuell, ist Regisseurin Julia Renz-Köck überzeugt. Um das zu verdeutlichen, sei der brisante Konflikt zwischen Amerika und Nordkorea in das Stück integriert worden, verrät sie. So träten auch Donald Trump und Kim Jong Un auf die Bühne.

Zehn Monate investierten die Studentin in die Vorbereitung des Stücks. Foto: Wunderlich

Im Hintergrund der großen Produktion mit allein 31 Musicaldarstellern und 15 Bandmitgliedern hält Professor Magnus Gaul die Fäden in der Hand. Der Lehrstuhlinhaber für Musikpädagogik an der Uni Regensburg hatte die Idee für eine Musicalaufführung mit Studenten – und ist vom Ergebnis der bisherigen Probenarbeit begeistert: „In seiner Regensburger Interpretation wird ‚Hair‘ ein Musical mit Herz, Tanz und Leidenschaft“, freut er sich im Gespräch mit unserem Medienhaus. Ziel sei es, eine Brücke zwischen den 1968ern und heute zu schlagen.

Pflichtgefühl oder Überzeugung?

Im Mittelpunkt der Geschichte von „Hair“ steht Claude. Er stammt aus einem konservativen Elternhaus, wird von seinen Freunden aber mehr und mehr mit den Idealen der Hippies infiziert. Als er für die US-Army in den Vietnamkrieg ziehen soll, wird Claude in einen inneren Konflikt getrieben: Soll er für seine Überzeugungen von Friede und Solidarität einstehen oder doch seinem Pflichtgefühl gegenüber dem Vaterland nachkommen?

Die Rolle des Claude übernimmt auf der Bühne des Theaters an der Uni Johannes Abt. Das Gefühl der inneren Zerrissenheit in den Proben von Woche zu Woche mehr und mehr herauszuarbeiten sei genauso spannend wie fordernd gewesen, meint er. Ganz wichtig sei für die Aufführungen auch die eigene körperliche Fitness. Das möge zwar banal klingen, aber um über die ganze Show hinweg Schauspiel, Tanz und Gesang auf hohem Niveau zu einer Einheit zu verbinden, sei sie unabdingbar.

Termine und Tickets

  • Studenten der

    Universität Regensburg führen „Hair“ jeweils um 19 Uhr am Mittwoch, 24. Januar, Freitag, 26. Januar, und Samstag, 27. Januar, im Theater an der Uni auf. Einlass ist je ab 18.30 Uhr.

  • Tickets gibt es

    im Sekretariat des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Tel.: 0941/9433218), bei Bücher Pustet an der Universität, bei der Tourist Information im Alten Rathaus oder per E-Mail an hair@lass-es-geschehen.de.

Professor Magnus Gaul hatte die Idee für das Musicalprojekt.Foto: Wunderlich

Die Rolle von Claudes Freundin Sheila, die mit dem innerlich Zerrissenen in einer lustvollen Dreiecksbeziehung mit ihrem Zimmergenosse Berger lebt, übernimmt Franziska Eberl. Sie beschreibt den Probenprozess als „aufregende, anstrengende aber auch unheimlich bereichernde Erfahrung“. Zwei mal pro Woche, teilweise bis zu sieben Stunden lang, trafen sich die Protagonisten über Monate hinweg, um an ihrer Interpretation des Werks zu arbeiten.

Neben Julia Renz-Köck nehmen sich dabei unter anderem Veronika Bartsch (Stimmcoaching), Christoph Eglhuber (Bandarbeit) und Hans Pritschet (Chorarbeit) viel Zeit, mit den Studenten auf drei optimale Aufführungen hinzuarbeiten. Im Rückblick ist Organisator Professor Gaul besonders stolz, wie sich die Darsteller auf der Bühne immer tiefer in die Thematik hineingearbeitet haben.

Werte wiederbeleben

Regisseurin Renz-Köck beschreibt das Ziel der Aufführungen so: „Gesellschaftlich standen die Hippies für ein Leben fern ab von Kommerz und Konsum, für Naturverbundenheit und einen liebevollen Umgang der Menschen miteinander. An diesen Abenden soll versucht werden, all diese Werte, deren Gültigkeit oft in Vergessenheit gerät, wieder präsent zu machen.“

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