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Konzert

Hits ohne Ende bei Rock meets Classic

Das Publikum in der Donau-Arena feiert Musiker und Songs. Die Stars geben alles – bis hin zum Gitarrenspiel mit Rosenstrauß.
Von Alois C. Braun, MZ

Rick Springfield präsentierte sich mit seinen 67 Jahren in der Donau-Arena als topfitter Entertainer. Foto: Jens Niering
Rick Springfield präsentierte sich mit seinen 67 Jahren in der Donau-Arena als topfitter Entertainer. Foto: Jens Niering

Regensburg.Glockenschläge hallen durch die Donau-Arena. Auf den Videoscreens sind in Übergröße Fotos von Rick Parfitt und John Wetton zu sehen. Die beiden Musiker waren 2015 mit Rock meets Classic auf Tour und verstarben im vergangenen Jahr. Mit „Rockin’ All Over The World“ ehren die Mat Sinner Band und das Bohemian Symphony Orchestra Prague die beiden Stars als Einstieg in die Show.

Bob Catley und Tony Clarkin starten dann mit „Just Like An Arrow“ kraftvoll in den Abend. Die beiden Köpfe der Band Magnum bieten eine runde, aber unspektakuläre Performance. Die Band hatte trotz großartiger Songs nie einen richtigen Radiohit, blieb der breiten Masse unbekannt. Trotzdem: spätestens bei der hymnischen Ballade „When The World Comes Down“ haben sich Catley und Clarkin neue Fans erspielt.

Mit Mick Box und Bernie Shaw kommt dann ein erster Höhepunkt auf die Bühne. „Easy Livin‘“ rockt die Halle und die beiden Uriah Heep-Stars zeigen, dass sie voll im Saft stehen. Shaw ist der geborene Entertainer, der multilingual mit „Dobrý vecer“ das Orchester und mit „Hallo, wie geht’s“ das Publikum begrüßt.

Rock meets Classic

  • Programm:

    An diesem Mittwoch macht die Veranstaltung Rock meets Classic in Passau halt, am Donnerstag folgt Ingolstadt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Auch das Programm für Rock meets Classic im kommenden Jahr steht bereits in weiten Teilen fest.

  • Acts:

    So werden am 14. April 2018 folgende Acts die Regensburger Donau-Arena in ein Hitmekka verwandeln: Francis Rossi (Status Quo), Eric Bazilian (The Hooters), Michael Sadler (Saga) sowie Midge Ure mit einem David-Bowie-Special.

„Sunrise“ leitet über zum monumentalen Klassiker „July Morning“. Letzterem steht der orchestrale Anstrich bestens. Für einen gigantischen Chor im Publikum sorgt dann erwartungsgemäß der Gassenhauer „Lady In Black“. Stehende Ovationen und Zeit für eine Verschnaufpause. Mit einer feinen Version von „Skyfall“ zeigen Orchester und Band ihre Klasse.

Sonnyboy mit viel Power

Mit Rick Springfield kommt dann ein echter Sonnyboy auf die Bühne. Der Mann hat trotz seines Alters nichts an Power und Ausstrahlung verloren. Er gibt die Rampensau und startet mit „I’ve Done Everything For You“. Das rockt und Springfield zeigt auch, dass er Gitarre spielen kann. Einen Strauß Rosen benutzt er als Plektrum und sorgt so für schöne Showeffekte. Bei „Celebrate Youth“ startet er ein Intro. Die Gitarre ist verstimmt, der Musiker sagt lachend „fuck it“ ins Mikro, schnallt sie ab und schiebt sie quer über die Bühne seinem Roadie zu. Es geht auch ohne. Nach dem Song ist sowieso erstmal Pause.

Im zweiten Teil gehts weiter mit Springfield. Er beherrscht alle Regeln des Entertainment, verlässt die Bühne, geht auf Tuchfühlung mit den Fans, steigt über die Stühle der Arena. Dem Mann macht es richtig Spaß und die Halle tobt nicht nur bei „Jessie’s Girl“.

Von „Rosanna“ bis „Hold The Line“

Mit „Child Anthem“ startet Steve Lukather in seinen Set. Der Gitarrist von Toto ist aber kein geborener Frontmann. Er lebt von den Toto-Hits und seinem versierten Gitarrenspiel. Dass er nicht umsonst zu den besten Gitarrenmännern der Welt zählt, zeigt er in „Little Wing“, dem alten Jimi-Hendrix-Song. Das ist wohl musikalisch der hochwertigste und feinste Leckerbissen des Abends. Lukather widmete den Titel den verstorbenen Toto-Mitgliedern Jeff und Mike Porcaro und Dennis Frederiksen. Klar, auch die Hits kommen zum Zuge: „Africa“, „Rosanna“, „Hold The Line“ erfüllen die Erwartungen der Fans.

Trotz zur Schau gestellter Lockerheit wirkt danach Don Felder etwas reserviert. Oder sind es Starallüren? Fakt ist, dass sein Auftritt gnadenlos zeigt, dass er halt nur ein Teil der Eagles war und die Band ihren gigantischen Erfolg ob der Leistung aller Bandmusiker erreichte. Klar, Felder war an vielen Hits als maßgeblicher Songwriter beteiligt. Aber trotz Unterstützung eines packend aufspielenden Orchesters und der Band reicht ein Felder alleine eben nicht, um die Magie der Eagles-Songs auch nur annähernd zu reproduzieren. Dennoch: Felder spielt einen guten Set, liefert sich mit Alex Beyrodt und Tom Naumann mehrstimmige Soli und packt die Leute mit Hits wie „One Of These Nights“, „Life In The Fastlane“ und natürlich „Hotel California“. Ein Könner, aber da wäre noch sehr viel Luft nach oben.

Die Fans toben am Ende trotzdem – mit Recht, denn Rock meets Classic bot auch 2017 knapp drei Stunden feinste Unterhaltung mit einer grandiosen Hitdichte und Musikern bekannter und gefeierter Bands. Etwaige Unzulänglichkeiten sollte man abhaken. Der finale Song, nochmals mit allen Stars, bringt es auf den Punkt: „Take It Easy“.

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