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Fotografie

Isabelle Lesmeister in erlauchtem Kreis

Die Regensburger Galeristin präsentiert Arbeiten eines venezianischen Künstlerpaars, das gerade den Premio Arte Laguna erhalten hat.

  • „Under the Surface“ von Tania Brassesco und Lazlo Passi Norberto, 2014: Das Paar stellt im Herbst bei Isabelle Lesmeister aus. Foto: Tania Brassesco & Lazlo Passi Norberto
  • „Pot Pourri“ von Tania Brassesco & Lazlo Passi Norberto, 2010: Das Paar stellt im Herbst bei Isabelle Lesmeister aus. Foto: Tania Brassesco & Lazlo Passi Norberto
  • „Nuda Veritas“ von Tania Brassesco & Lazlo Passi Norberto, 2010: Das Paar stellt im Herbst bei Isabelle Lesmeister aus. Foto: Tania Brassesco & Lazlo Passi Norberto

Venedig.Seit neun Jahren ehrt der Premio Arte Laguna junge Künstler unterschiedlichster Sparten, ausgewählt von einer Jury, die mit zehn führenden Köpfen der internationalen Kunstszene besetzt ist. Der Sonderpreis „Artist in Gallery“ wird in Zusammenarbeit mit weltweit vier Galerien vergeben. 2015 gehört die Regensburgerin Isabelle Lesmeister zu den vier Galerien, die Preisträgern die Möglichkeit zu einer Einzelausstellung geben. Lesmeister vertritt zwei Künstler, die bereits mit dem Premio Arte Laguna ausgezeichnet wurden: Johanna Strobel und Elisa Anfuso. Die drei anderen Galerien befinden sich in Porto, Paris und Neu Delhi.

Im Arsenale »Venedig wurden jetzt die Preisträger geehrt. Isabelle Lesmeister überreichte dort den „Artist in Gallery“ an ein junges venezianisches Künstlerpaar: Tania Brassesco und Lazlo Passi No«rberto. Ihre Arbeiten leiten sich von den tableaux vivants, den Lebenden Bildern ab.

Zwischen Schein und Wirklichkeit

Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts war diese Art der Darstellung auf französischen Theaterbühnen üblich. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert wurden Lebende Bilder als spielerische Unterhaltungsform, wie beispielsweise bei Balletteinlagen oder als Gesellschaftsspiel, aufgeführt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts waren tableaux vivants auch in dem neuen Medium der Fotografie vertreten. Wohlhabende Bürger ließen sich hierbei als historische Nachbildungen fotografieren.

In der Fotografie wird der Begriff des Lebenden Bildes für eine gestellt wirkende, besonders symbolhafte Komposition verwendet, die an Historienmalerei erinnert. Tableaux vivants sind „ein Spiel mit den Grenzwerten, zwischen Schein und Wirklichkeit, Idee und Fleisch, zwischen bildender Kunst und dem Theatralen“, zitiert Lesmeister aus einem gleichnamigen Buch.

Tania Brassesco und Lazlo Passi Norberto erstellen in aufwendiger Handarbeit Kulissen und Kostüme in höchster Perfektion und stellen Werke von Klimt, Carcos, Draper oder Casas nach. Daneben ist die Welt der Märchen und der Stilleben Quelle für ihre Bildideen. Die Arbeiten werden im Herbst 2015 erstmals in Deutschland zu sehen sein: bei einer Einzelausstellung in der Galerie Isabelle Lesmeister. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. (mz)

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