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Hauptacts

Jazz – groß gedacht und ohne Grenzen

Am Donnerstag startet im Gewerbepark das 37. Jazzweekend – mit dem Freedoms Trio, Markus Schieferdecker und Rouzbeh Asgarian.
Von Katharina Kellner

Steinar Aadnekvam, Rubem Farias und Deodato Siquir trafen sich in Stockholm. Sie harmonieren menschlich wie musikalisch. Foto: Magdalena Stromgren
Steinar Aadnekvam, Rubem Farias und Deodato Siquir trafen sich in Stockholm. Sie harmonieren menschlich wie musikalisch. Foto: Magdalena Stromgren

Regensburg.Eine himmlische Hommage an einen Asteroiden, ein Trio, das die Freiheit feiert und Klänge von exotischen Instrumenten aus Persien – all das gibt es am Donnerstagabend an einem Ort: Auf der Piazza im Gewerbepark startet das 37. Bayerische Jazzweekend. Headliner des facettenreichen Jazzfestes sind in diesem Jahr das Freedoms Trio aus Stockholm, die um 17.30 Uhr das diesjährige Weekend musikalisch eröffnen. Um 19.30 Uhr gehört Markus Schieferdecker und seinen Bandkollegen die Bühne, ab 20.30 Uhr der Rouzbeh Asgarian Band (beide aus Köln).

Steinar Aadnekvam aus Norwegen, Rubem Farias aus Brasilien und Deodato Siquir aus Mosambik sind das, was man echte Kosmopoliten nennt: Zusammen bilden sie das Freedoms Trio, bei dem vom ersten Probegig an der Funke übergesprungen ist. Aadnekvam ist einer der großen skandinavischen Jazzgitarristen seiner Generation. Zusammen hat die Band seit 2016 über hundert Konzerte in ganz Europa gespielt. Das Trio beschwört auf seiner Homepage die verbindende Kraft einer Musik, die Grenzen verschwinden lässt. Das Publikum kann sich auf Musik freuen, die von vielen Genres beeinflusst ist. Inspiriert ist die Band u.a. von Miles Davis, Iron Maiden, Samba-Pop, brasilianischer Roots-Musik oder von der des südlichen Afrika.

Der zweite Hauptact macht seinen Fokus noch größer auf: Bis ins Weltall nämlich. Markus Schieferdecker hat einen prominenten Vorfahren, nach dem ein Asteroid benannt ist: Johann Christian Schieferdecker war Barockmusiker und Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach. Sein Nachfahr ließ sich von dessen – allerdings großteils verschollenen – Kompositionen und vom Asteroiden 7881 inspirieren. Mit Trompeter Julian Wasserfuhr, dem Pianisten Victor Gould, Shootingstar der New Yorker Szene, und dem Schlagzeuger Joris Dudli aus Wien bringt er beim Jazzweekend Teil eins seines als Trilogie angelegten Projekts auf die Bühne: Standards, die von Sonne, Mond und Sternen handeln – stellarer Jazz, wie er das nennt. „Eine spannend unterhaltsame Weltraum-Abenteuerreise zwischen zeitgenössischem Jazz und dem Klangkosmos barocker Musik“, verspricht Schieferdecker seinem Publikum.

Auch der Klangkosmos der siebenköpfigen Rouzbeh Asgarian Band ist groß gedacht: Frontmann ist der Kölner Rouzbeh Asgarian, der familiäre Bande in den Iran hat. Die Formation verbindet Jazz-Metrik mit melancholischen persischen Melodien, Rock und Groove. Für den orientalischen Einschlag sorgen Instrumente aus Persien und dem Mittleren Osten wie das mit dem Hackbrett verwandte Santur, die Kurzhalslaute Oud, die Trommeln Tombak und Daf und die Längsflöte Nay.

Alle drei Formationen sind wie gewohnt auch noch im Thon-Dittmer-Palais zu hören: Schieferdecker am Freitag, 20 Uhr, die Rouzbeh Asgarian Band am Samstag um 13.30 und das Freedoms Trio am Samstag um 15.30 Uhr.

Zum zweiten Mal gibt es beim Bayerischen Jazzweekend eine musikalische Lesung – diesmal mit dem Gitarristen Harri Stojka und viel Wiener Schmäh.

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