MyMz

Junge Künstler nutzen Bühne

Erika Wakayama, Niko Sawatzki und Alexander Rosol stellen bei „3 mal junge Kunst“ im Kunst- und Gewerbeverein aus.
Von Gabriele Mayer

„3 mal junge Kunst“ bieten Erika Wakayama, Niko Sawatzki und Alexander Rosol. Foto: Sawatzki
„3 mal junge Kunst“ bieten Erika Wakayama, Niko Sawatzki und Alexander Rosol. Foto: Sawatzki

Regensburg.Mit der Ausstellungsreihe „3 mal junge Kunst“ bietet der Berufsverband Bildender Künstler aufstrebenden Kunstschaffenden der Region eine Plattform, um sich öffentlich zu präsentieren. Die diesjährigen drei Künstler können bereits eine ordentliche Ausstellungsliste vorweisen.

Im tageslichtdurchfluteten ersten Saal hängen die Papierarbeiten von Erika Wakayama. Sie wurde in Japan geboren und studierte ab 2006 an der renommierten Düsseldorfer Akademie bei Tal R, der sich mit einfachen Mitteln auf Comics und allgemein auf Volkskunst bezieht. Auch Wakayama benutzt einfachste Mittel: lange, weiße Papierbahnen in der Art von Tapeten und Buntstifte, wie sie Kinder verwenden. Ihre anmutigen Bilder stecken nicht in Rahmen, sondern werden provisorisch an die Wand geheftet. Die Bahnen hängen oft bis auf den Boden, rollen sich dort auf und erzeugen so eine zart aus sich heraus und wieder in sich zurück wehende Räumlichkeit.

In hellsten Pastelltönen in allen Regenbogenfarben schimmern diese Bilder. Feine vertikale Striche, die nie ganz papierdeckend sind, ziehen sich über große Teile der Bildflächen. Muster deuten sich an, lösen sich auf, man mag sogar manchmal Naturgebilde erahnen, flüchtig. Vergehen, Nichtvorhandenheit ist das Thema. Jeder einzelne Moment wird stets von einem anderen abgelöst, wirkt aber trotzdem auf ihn ein. Und erzeugt Resonanz: Wakayamas Malerei hat etwas Wellenartiges, aber wieder nur als Ahnung, als Hauch, als Moment. Einen Moment festzuhalten und zugleich seine Spur und seinen Hinweis auszudrücken, darum geht es. Die Künstlerin sieht dieses Thema auch in den japanischen Feuerwerken, die mit ihrer Vergänglichkeit von der Nachwirkung leben.

Auf Grundlagen besinnen

Niko Sawatzki kommt von der Street-Art. Der Lack und das Sprühen sind geblieben. Aber die Arbeiten sind technisch ziemlich ausgetüftelt. Man kennt seine Bild-Architekturen, die fragmentiert und verdichtet immer kompliziertere Schichten, Vernetzungen und Tiefenräume aufbauen. Mit den neuen Bildern besinne er sich auf die Grundlagen, sagt er. Er trennt und reduziert Strukturen sowie Farben. In jeweils großem Bildgrund, diesem monochromem Raum, schweben aufgefaltete geometrische Formen. Die Perspektiven sind verzogen, die Rasterungen aufgeraut. Flirrend und versehrt wirkt manches, aber mit den harten Kanten auch exakt und eingängig. Aus den Ambivalenzen und den Reihungen, auch zwischen Schwarz und Weiß, erwachsen Spannung und Rhythmus. Und leise, eindringliche Räumlichkeits- und sogar Landschafts-Effekte entstehen aus der kompositorischen Strenge und den kleinen Zufälligkeiten.

Bei Alexander Rosol dominiert die Vertikale. Er konzentriert sich auf anonyme, austauschbare Hochhaus-Architekturen, die er in dunklen, unwirtlichen Farben auf die Bildfläche malt. Nicht-Orte, sagt er. Dabei öffnet sich aber, oft in der Bildmitte, ein weißer oder hellblauer Freiraum, eine helle Gasse, die unserem Blick himmelwärts einen Weg weist. Die abstrahierten Häuserkanten kippen und fallen bisweilen auch. Aber das Wichtige bei all den dunklen Flächen und Ecken ist für Rosol die Transparenz: Die hintereinander gestaffelten Fassaden spiegeln sich ineinander und sind füreinander durchlässig.

Tiefenwirksam komponiert

Bei seiner zweiten Werkgruppe, den Leuchtkästen, schichtet er viele digitale Architektur-Fotos auf eine Glasplatte und stapelt dann mehrere dieser Platten versetzt hintereinander, so dass erneut sowohl der düstere Gebäude- als auch der Transparenz-Effekt und der Himmelsausschnitt entstehen, nur tiefenwirksamer komponiert. Aber was bleibt oder erscheint am Grund all der düsteren Durchlässigkeiten von schimärenartigen Häuserfronten? Eine Idee? Bei der dritten Werkreihe, den ready-mades, diesen leeren Abdeckhauben aus durchsichtigem Plexiglas, die an der Wand hängen, sieht man es: Es ist bloß der leere Raum, der das einfallende Licht reflektiert. Dahinter die weiße Wand des Ausstellungssaals.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht