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Musik

Junge Organisten beeindruckten

Beim Sonderkonzert im Dom gab es ein vielfältiges Programm, das sehr viele begeisterte Zuhörer anzog.
Von Claudia Böckel

Junge Organisten (rechts: ihr Dozent Franz Josef Stoiber) bestritten das Konzert. Foto: PL/Domkapitel
Junge Organisten (rechts: ihr Dozent Franz Josef Stoiber) bestritten das Konzert. Foto: PL/Domkapitel

Regensburg.Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland wurden im Dezember 2017 in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Vielleicht liegt es daran, dass sich nun besonders viele begeisterte Zuhörer im Regensburger Dom eingefunden haben, um dem ersten Orgelkonzert dieses Jahres zuzuhören.

Das Angebot war in diesem Sonderkonzert aber auch wirklich bunt. Fünf junge Organisten teilten sich das Konzert und sorgten für ein sehr abwechslungsreiches Programm. Samuel Pinto aus Portugal, studierter Mathematiker und Kirchenmusiker, begann mit Barockmusik. Georg Muffats Toccata prima war vielleicht nicht optimal geeignet für diesen Kirchenraum, klang arg diffus. Viel durchsichtiger empfand man den dritten Satz aus Bachs Triosonate C-Dur. Am schönsten gelang Louis Viernes Allegro aus der 2. Orgelsinfonie op. 20. Die Klangabläufe sind hier plakativer, passen sich viel besser dem Kirchenraum an.

Maximilian Wolf absolvierte auch die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg. Im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit entstand seine eigene Transkription des zweiten Satzes aus Tschaikowskys vierter Sinfonie. Das war sehr gut gemacht, alle Melodien durchhörbar, mit leuchtenden Stellen und klaren Girlanden, angepasst an Orgel und Kirchenraum: so schön melancholische Musik, in der Bearbeitungs-Tradition der letzten Jahrhunderte verortet.

Thomas Aumer, Student an der Hochschule Regensburg, spielte die fünfte der Dreifaltigkeitsmeditationen von Olivier Messiaen, sehr gut, mit viel Ruhe und einem wunderbaren Ruf der Goldammer am Schluss. Florian Schuster, Student der Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik Orgel, spielte ein Variationswerk des ehemaligen Regensburger Domorganisten Josef Renner, Thema und Variationen op. 58. Diese sehr ansprechende Komposition passte gut zum Raum, den der Komponist, mehr als 40 Jahre als Domorganist tätig, gut kannte. Die siebte Variation flutete die Kathedrale mit berauschenden Klängen bis zum dreifachen Forte, körperlich wahrnehmbar, nicht nur mit den Ohren.

Raphael Vogl studiert ebenfalls in Regensburg. Er hatte sich Enjott Schneiders Toccata aus dem Film „Schlafes Bruder“ ausgesucht, in der es ziemlich wild zugeht, bis Bachs Choral „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“ durchklingt. Klanggewaltig ließ er die Orgel rauschen, auch wenn das Stück vielleicht ein wenig schlichter gestrickt war, als die anderen Werke.

Beim nächsten Konzert im Dom sind am Mittwoch, den 6. Juni, um 20 Uhr Meisterwerke der Orgelliteratur mit Domorganist Franz Josef Stoiber zu hören.

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