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Regensburg.

Klarer Sieg über den starken Hall

Der italienischeOrganist Matteo Venturini in St. Wolfgang

Von Gerhard Dietel, MZ

Erfreulich große Zuhörerschaft fand ein Orgelkonzert in der Kirche St. Wolfgang, das als Veranstaltung der dortigen Pfarrei und des Kulturforums Kumpfmühl zugleich von der „Stiftung Eberhard Kraus für junge Organisten“ gefördert wurde. In diesem Rahmen präsentierte sich der bereits vielfach ausgezeichnete italienische Organist Matteo Venturini, der im Jahre 2009 als Stipendiat von der Stiftung unterstützt wird.

Überwältigend war der Beginn des Konzerts mit Bachs F-Dur-Toccata, die Venturini schwungvoll und federnd musizierte, mit so klarer Artikulation, dass trotz des starken Halls im Kirchenraum die Linienzeichnung nicht verlorenging. Auch im bewegten Themengeflecht der nachfolgenden Fuge gelang es dem Organisten, das polyphone Geflecht durchhören zu lassen, zumal mit den wuchtigen Pedaleinsätzen des Themas.

Klanglich majestätisch ließ Venturini anschließend auch das „Con moto maestoso“ von Mendelssohns dritter Orgelsonate erklingen, von dem sich das folgende „Andante tranquillo“ als zartstimmiges Lied ohne Worte deutlich abhob. Deutlicher noch wurde die Registervielfalt der Orgel von St. Wolfgang in den beiden sehr farbig gestalteten, „Evocation“ überschriebenen Stücken von Thierry Esaich genützt ebenso wie in einem Ausschnitt aus Widors achter Orgelsinfonie, der raffiniert zwischen Klängen des Fernwerks und des Plenums in vollkörperlicher Präsenz wechselte.

Im Zentrum des Programms stand ein Werk des ehemaligen Regensburger Domorganisten Eberhard Kraus: seine „Varianten einer 12-Ton-Folge Johann Sebastian Bachs“. Virtuos bewegte, schillernde Klangflächen, aus denen sich ruhigere Stimmverläufe herauszeichneten, vernahm man in der einleitenden „Toccata“, gefolgt von ruhigem Solo-Gesang der „Aria“. Ebenfalls in Anlehnung an Formtypen der älteren Orgelmusik wartete die „Durezza“ mit bewusst harten Reibungen auf, bevor eine ruhig angebahnte, von Matteo Venturini grandios gesteigerte Fuge den Abschluss bildete.

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