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Künstler gratulieren dem Papst mit einer Ausstellung

„Wirklichkeit + Leben = Kunst“: Werke aus der Oberpfalz sind ab 12. April in Rom zu sehen, in der prachtvollen Basilika Santa Maria degli Angeli.
von marianne sperb, mz

Peter Wittmann vor einem Gemälde aus der Installation „Rosenkreuz“, das er 2009 bei der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg zeigte. Ab April wird das Werk in Rom zu sehen sein. Foto: MZ-Archiv/altrofoto.de

regensburg.. Joseph Ratzinger wurde am 19. April 2005 im Konklave zum 265. Papst in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gewählt. Sechs Jahre nach Beginn seines Pontifikats bestücken jetzt 13 Künstler aus Regensburg und der Region eine Ausstellung in Rom. In der Basilika Santa Maria degli Angeli gratuliert die Schau von 12. April bis 15. Mai dem „Papst aus Regensburg“ zum Jahrestag seiner Wahl.

Die Schirmherren der Schau sind der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller und Gianfranco Ravasi, der Chef der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche. Francesco Buranelli, früher Chef der Vatikanischen Kunstsammlungen und heute Ravasis Stellvertreter, machte sich im Januar mit Hermann Reidel, dem Generalkonservator der Regensburger Diözese, ein Bild von den Exponaten für Rom. Der italienische Kunstexperte zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt, unter anderem faszinierte ihn das Werk von Peter Wittmann, einem der 13 Künstler. Wittmann wird in der Basilika seine Installation „Rosenkreuz“ zeigen, ein Tryptichon aus zwei Gemälden, die links und rechts eines Kreuzes arrangiert sind.

„Veritas + Vita = Ars“, „Wirklichkeit + Leben = Kunst“ ist die Ausstellung betitelt. Mit dem Thema gehen die Oberpfälzer Künstler ganz verschieden um. Eine Auswahl der Arbeiten, die im Januar vorläufig feststand: Annette Beisenherz will eine Lithografie mit Mariendarstellung zeigen, Alois Achatz eine „camera obscura“, Rudolf Koller eine Bronze zum Thema Mutter und Kind, Helmut Langhammer eine Installation mit Bahre vor einem Grabdenkmal, Herbert Lanke einen Marmorblock, Astrid Schröder ein mehrere Meter breites Bild mit dem für sie typischen Strich-Muster.

„Eine unheimliche Herausforderung“ nennt Alfred Böschl die Basilika. Das monumentale Gotteshaus – das Kirchenschiff ist rund 30 Meter hoch – ist reich ausgestattet, mit prachtvollen Marmorböden, üppigen Intarsienarbeiten, Stuckaturen, Plastiken und Malereien. Zeitgenössische Kunst hat es nicht leicht, sich in dem opulenten Umfeld zu behaupten. Böschl selbst, der mit Langhammer die Ausstellungsfläche vorab sondiert hatte, will eine Plastik aus Stein und Holz zeigen, die um die Motive Engelflügel und Mitra kreist.

Die Schau dürfte zahlreiche Besucher haben: Santa Maria degli Angeli e dei Martiri, wie die Kirche mit vollem Namen heißt, liegt an der Piazza della Repubblica, direkt am Bahnhof Termini, und ist viel frequentiert. Ihr Bau begann 1560 unter Leitung von Michelangelo in den Ruinen der Diokletian-Thermen. Zahlreiche historische Persönlichkeiten sind hier bestattet. Eine Besonderheit ist ein 45 Meter langer Meridian, der – wissenschaftlich genau – in den Boden eingearbeitet ist.

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