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Spurensuche

Kunst im öffentlichen Raum

Elf Künstler aus Ländern des Donauraums lassen beim Projekt „Danube Art Lab“ Regensburger Geschichte neu entdecken.
Von Michael Scheiner

Museumsmitarbeiterin Jasmin Beer, Regina Hellwig-Schmid vom donumenta-Verein, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Kulturreferent Klemens Unger, Maria Lang und Dr. Doris Gerstl vom Historischen Museum (von links) stellten das Projekt „Danube Art Lab“ vor.  Foto: Scheiner
Museumsmitarbeiterin Jasmin Beer, Regina Hellwig-Schmid vom donumenta-Verein, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Kulturreferent Klemens Unger, Maria Lang und Dr. Doris Gerstl vom Historischen Museum (von links) stellten das Projekt „Danube Art Lab“ vor. Foto: Scheiner

Regensburg.Vergangenes Jahr durchstreiften sie die Stadt. Sie schauten hinter Fassaden, unter die Oberfläche und weit zurück in der Geschichte bis zu den alten Römern. Elf Kunstschaffende aus Ländern des Donauraums waren als „Artists in Residence“ eingeladen. Einen Monat lange begaben sie sich auf Spurensuche nach „Hidden Places/Hidden Spaces“, also verborgenen Orten und Räumen. Daraus entwickelten sie Ideen für künstlerische Projekte und Arbeiten für den öffentlichen Raum. Die Aufgabe für die elf beteiligten Künstler war es, vergessene Orte oder Lebensumstände mit ihren jeweiligen Mitteln künstlerisch neu zu erschließen.

Modelle und Ideenskizzen reichten sie nach ihren Aufenthalten vergangenen Herbst bei den Veranstaltern des Projekts „Danube Art Lab“, donumenta e.V. und das Historische Museum, ein. Aktuell werden diese künstlerischen Vorschläge, darunter Multimedia-Installationen, Performances und Interventionen, eingerichtet und vorbereitet. Am 27. Juli um 18.30 Uhr werden die Kunstprojekte und parallel dazu eine Ausstellung in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel offiziell eröffnet.

Bei einer Pressekonferenz im Treppenraum des Museums stellten Regina Hellwig-Schmid von donumenta-Verein, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und weitere Beteiligte das gesamte Vorhaben vor. „Endlich einmal verbinden sich Orte aus Jahrtausenden mit moderner, zeitgenössischer Kunst“, zeigte sich Maltz-Schwarzfischer begeistert über das Kunstprojekt „Danube Art Lab“. Man meine ja immer, es „gäbe in der Weltkulturerbestadt nichts Neues mehr zu entdecken“. Aber der Blick von außen sei wichtig und eröffne ungewohnte, aufschlussreiche Perspektiven“, gab Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zu verstehen.

„Hülle der Beschaulichkeit“

Als beschaulich hätten die Künstler Regensburg während ihres Aufenthalts im vergangenen Jahr erlebt, berichtete Regina Hellwig-Schmid. Diese „Hülle der Beschaulichkeit“ würden sie jetzt mit ihren Projekten und Arbeiten aufbrechen. Dazu zählen verspiegelte Quader der römischen Legionslagermauer am St.-Georgen-Platz von Alexandru Raevschi (Republik Moldau). Er eröffne damit Passanten die Möglichkeit, sich als Teil der Geschichte wahrzunehmen.

Klára Orosz (Ungarn) widmet sich mit ihrer Arbeit „The Black Tower“ dem 1810 abgetragenen Schwarzen Turm an der Nordseite der Steinernen Brücke. Weil das Projekt nicht in kurzer Zeit zu realisieren ist – „sie brauchen Sicherheitskonzept, Baugenehmigung Brandschutz und so weiter“, malte Kulturreferent Klemens Unger den bürokratischen Hürdenlauf aus – präsentiert Orosz ein Modell im Leeren Beutel. An das jüdische Viertel im Mittelalter erinnert Catrin Bolt (Österreich) mit ihrer Installation „Bayern 1 (Flackern)“ am Neupfarrplatz. Durch eine Glasscheibe am Boden des Platzes dringt das Flackern eines Fernsehers an die Oberfläche und simuliert, dass dort unten jemand wohnen würde.

In Holzpantinen über die Brücke

Der jüngsten Vergangenheit hat sich Nikita Kadan (Ukraine) mit seinem Vorhaben „The Inhabitants of Colosseum“ angenommen. Dafür benötigt er allerdings die aktive Mithilfe vieler Regensburger. Für 27. Juli (20 Uhr) sucht er 400 Freiwillige, die in Holzpantinen schweigend vom Colosseum her über die Steinerne Brücke laufen. Damit greift Kadan ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte auf, als im Krieg Gefangene zur Arbeit laufen mussten. Das Geklapper nimmt Kadan auf und verarbeitet es zu einer Klangskulptur, die Marsch-Performance dokumentiert er in einem Video. Interessierte können sich per E-Mail an beer.jasmin@regensburg.de anmelden.

Alle Projekte sind in einer Broschüre „Danube Art Lab“ vorgestellt, die in Museen und anderen Stellen aufliegt. Weitere Informationen gibt es auch unter https://www.regensburg.de/kul- tur/eu-kultur-projekte/kulturplattform-donauraum/danube-art-lab.

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