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Ausstellung

Kunstharz in jeder Farbe und Form

Die Regensburger Galerie Art Affair bringt in „Epoxy“ die Arbeiten von fünf Künstlern zum Schillern.
Von Bettina Gröber

Bei der Eröffnung von „Epoxy“ herrschte in der Galerie Art Affair lebhafter Andrang.  Foto: altrofoto.de
Bei der Eröffnung von „Epoxy“ herrschte in der Galerie Art Affair lebhafter Andrang. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Unabhängig von Fragen des Genres, der Technik, des Stils: Eine Ausstellung mit Werken mehrerer Künstler zu konzipieren, stellt per se eine Herausforderung dar. Gilt es doch, die Exponate einerseits zum Ensemble zu gruppieren, sie andererseits aber nicht in unangemessene Konkurrenz zueinander zu setzen. Gelungen ist dieser Spagat aus Einheit und Vielheit in der Galerie Art Affair, wo am Samstag die Ausstellung „Epoxy“ eröffnet wurde. Fünf Kunstschaffende präsentieren sich darin mit ihrem je individuellen Zugang zu und Umgang mit dem Werkstoff.

Jenes Epoxidharz, das der Werkschau ihren Titel gibt, bildet den gemeinsamen Nenner, den Galerist Karl-Friedrich Krause für die jüngste Ausstellung in seinen Räumen gewählt hat – zunächst einmal aus einem simplen Grund: „Es ist ein Material, das ich sehr mag.“ Umso spannender die Frage, was sich aus dieser materiellen Prämisse ergibt. Die Künstlerinnen und Künstler, die Krause ausgesucht hat, stehen für sehr unterschiedliche Arbeits-und Gestaltungsansätze. Gezeigt werden Objektkunst, Malerei und Grafik von Daniel Engelberg, Ariane Koch, Ralf Schira, Uta Weber und Willi Siber.

Blick in die Ausstellung „Epoxy“ in der Galerie Art Affair Foto: altrofoto.de
Blick in die Ausstellung „Epoxy“ in der Galerie Art Affair Foto: altrofoto.de

Als Betrachter wird man von jener Vielfalt und Vielgestaltigkeit, die sich in Formgebung und Farbigkeit beobachten lassen, zwar schnell gepackt, aber erfreulicherweise nicht erschlagen. Die Anordnung der Bilder und Skulpturen erscheint dem Auge durchaus gefällig – zumal weil die in gotischen Mauern beheimatete Galerie als angenehm dezente Kontrastfolie fungiert, vor der die Ausdrucks-und Strahlkraft der Exponate sich umso deutlicher abhebt. Vor dem schlichten Hintergrund gibt es der „Hingucker“ viele, der Gang durch die Ausstellung kann durchaus als kleine Entdeckungsreise bezeichnet werden.

Eine Arbeit aus der Ausstellung „Epoxy“, zu sehen in der Galerie Art Affair Foto: altrofoto.de
Eine Arbeit aus der Ausstellung „Epoxy“, zu sehen in der Galerie Art Affair Foto: altrofoto.de

Da wären etwa die Objekte und Skulpturen eines Willi Siber, die in ihrer gewollten Künstlichkeit ebenso innehalten lassen wie wegen des Wechselspiels, das sich aus räumlicher Dimension und glänzend-ästhetischer Gestaltung ergibt. Sehr passend gesellen sich dazu die Werke von Ralf Schira: Auch ihm geht es um die Schaffung nicht-funktionaler Gebilde, mit denen er ursprüngliche Zusammenhänge sprengt und neue Perspektiven schafft. Das Epoxidharz ist da ein willkommenes, weil vielfältig form-und gestaltbares Material. Mit den Möglichkeiten des Übergangs vom Zweidimensionalen ins Räumliche arbeitet Daniel Engelberg. „Epoxy“ zeigt Kostproben seiner Objektbilder, die einerseits als geometrische, farblich nuancierte Flächen erscheinen, andererseits aus eben diesem Kontext heraustreten. Übereinander liegende, stabförmige Module beginnen scheinbar zu wachsen: Das Kunstwerk nimmt Drei-D-Gestalt an.

Bei der Eröffnung von „Epoxy“: die Künstler Ralf Schira, Daniel Engelberg, Uta Weber und Ariane Koch mit Galerist Karl-Friedrich Krause Foto: altrofoto.de
Bei der Eröffnung von „Epoxy“: die Künstler Ralf Schira, Daniel Engelberg, Uta Weber und Ariane Koch mit Galerist Karl-Friedrich Krause Foto: altrofoto.de

Im Gegensatz zu dieser Art der gestaltbetonten Herangehensweise locken die Plastiken von Uta Weber zuallererst in ihrer Buntheit an. Das Ansprechende, Sinnliche will die Künstlerin bewusst betonen: „Meine Werke dürfen lecker sein.“ Sie sträube sich auch gegen das Diktum der Kritik, das alles Dekorative aus der Kunst verbannen möchte. Zugleich spielt Weber mit dem Verhältnis von Kunst und Alltäglichem: Die farbenfrohen „Bonbons“ an der Wand korrespondieren mit den Smarties, die in kleinen Schälchen unter den Werken stehen. Das Haptische, das Uta Weber in ihren Objekten ebenfalls anspricht, wird da im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Bei allem Realitätsbezug blickt der Betrachter aber doch auf jene Eigenständigkeit der Kunst, die das Werk als autonom begreift. In der Farbgebung nicht weniger abwechslungsreich, jedoch mit einem Schwerpunkt auf dem Malerischen präsentieren sich die Werke von Ariane Koch. Ihre Streifenbilder variieren lineare Motive, andernorts werden komplexere geometrische Formen kombiniert.

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Gegensätzliches kommt in „Epoxy“ ebenso zum Tragen wie Gemeinsames, die Künstler und ihre Werke Verbindendes. Verspieltheit und Experimentierfreude sind kombiniert mit Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit dem Material. Ein schillerndes Ganzes, zusammengesetzt aus vielen ebenso schillernden Facetten, lädt die Ausstellung zum Schauen und nochmaligen Hinschauen ein.

Die Ausstellung in der Galerie Art Affair, Neue-Waag-Gasse 2, läuft noch bis 6. Oktober, Info: www.art-affair.net

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