MyMz

Kabarett

Lachen ist machbar, Frau Nachbar!

Die „Sisters of Comedy“ schreiten im Regensburger Statt-Theater zum Angriff auf das Humorzentrum. Inge Faes modertiert.
Von Peter Geiger

Inge Faes moderiert den „Sisters of Comedy“-Abend. Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de
Inge Faes moderiert den „Sisters of Comedy“-Abend. Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de

Regensburg.Inge Faes hat nur ein müdes Lächeln übrig dafür, will man von ihr wissen, ob das Kabarett nun eher weiblich ist? Oder doch was anderes? Tagtäglich erlebt sie es am Kartentelefon: „Wenn’s ums Bestellen geht: Zu 85 Prozent rufen bei uns Frauen an!“ Das heißt zwar nicht, dass anschließend nur ein Siebtel des Statt-Theater-Publikums männlich wäre. Nein, nein, der gnädige Herr verlässt sich gern auf die Order und Expertise der Gattin. Und trottet mit ins Kabarett! Er lacht ja auch gern. Aber was dann vorne auf den Komödienbühnen geboten ist, das nimmt mitunter Trauerspielqualität an. Denn auch 2019 gilt: „Eine Frau auf der Bühne reicht!“ Bei Männern dagegen? Da dürfen’s gerne ein paar mehr sein! Beziehungsweise, Inge Faes hat das als Solokabarettistin erlebt: Anfragen werden deshalb abschlägig beschieden, weil „wir ja heuer schon so viele Frauen hatten!“

Wie gut, dass es jetzt die bundesweite Initiative „Sisters of Comedy“ gibt. Ihr Ziel ist es nämlich – im Gedenken an das Frauenwahlrecht, das 1918, vor 101 Jahren also, revolutionsbedingt eingeführt wurde – für einen Abend ausschließlich Frauen auf Kabarettbühnen zu bringen. Und dabei Frauen die Möglichkeit zu offerieren, eine große Show abzuliefern. Garantiert ohne Witze über etwaiges Frustshopping oder nachlassendes Bindegewebe.

Im Statt-Theater werden – moderiert von Hausherrin Inge Faes am 12. November ab 20 Uhr – mit Maria Peschek und Claudia Pichler zwei Münchnerinnen und mit Silke Heimann und Melanie Reiner zwei Vertreterinnen der hiesigen Szene ganz gendergerecht Humorzentren angreifen. Mit ersterer, mit Maria Peschek ist Inge Faes mehr oder weniger seit Kindheitstagen bekannt. Sie wuchsen im selben Viertel auf, man ging gemeinsam zur Schule. An Maria wiederum schätzt sie deren sagenhafte Fähigkeit, aus dem Stand ein ganzes Kaleidoskop an Figuren auf die Bühne zu zaubern. Und so das, was Kleinkunst genannt wird, in etwas ganz Großes zu verwandeln.

Claudia Pichler wiederum ist „eine ganz Staade“, eine, die sich via Fraunhoferkasse und Promotion über Gerhard Polt den Zugang zur Bühne erarbeitete. In Regensburg wird die bekennende Dialektsprecherin aus Aubing Kostproben aus ihrem Programm „Ned blöd ... für a Frau“ vorstellen. Und damit beweisen, wie hinterfotzig der Humor einer Unterschätzten sein kann.

Und über die beiden hiesigen Starterinnen freut sich Inge Faes ganz besonders: Weil sie an Multitalent Silke Heimann wie auch an der ausgebildeten Musicaldarstellerin Melanie Rainer nicht nur deren Professionalität und Präzision schätzt, sondern vor allem ihre große Fähigkeit zum Humor! Eintritt 25 Euro. Der Erlös des Abends wird dem Frauenhaus gespendet.

Hier geht‘s weiter zur Kultur!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht