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Musik

Lebensfroh und melodieselig

Das Finale der diesjährigen Saison der Regensburger Rathauskonzerte gestalten einheimische Künstler.
Von Gerhard Dietel

Konzertmeister Johannes Plewa Foto: Juliane Zitzlsperger
Konzertmeister Johannes Plewa Foto: Juliane Zitzlsperger

Regensburg.Leider ist sie bereits wieder zu Ende, die Saison der „Rathauskonzerte 2018“. Zahlreiche hochrangige Gäste von auswärts konnte das Publikum im Reichssaal erleben, doch das Finale der Veranstaltungsreihe wird von einheimischen Musikern gestaltet: von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters, ergänzt um weitere ortsansässige Künstler.

Ins Barockzeitalter führt die erste Programmhälfte, die von Johannes Plewa mit Bachs Partita Nr. 3 für Solovioline eröffnet wird. Strahlend im Klang realisiert Plewa diese lebensfrohe Musik. Aus einem einzigen Anfangsimpuls lässt er im „Preludio“ ein schier unendliches Klangband entstehen, wobei das Tempo des Vortrags die Illusion mehrstimmiger Klänge erzeugt. Reale Mehrstimmigkeit erlebt man vor allem in der gemessenen „Loure“ wie in den beiden Menuetten. Rhythmisch pointiert gelingen Plewa die klar phrasierte, springlebendige Gavotte und die übermütige Gigue.

Vier Sonaten aus Heinrich Ignaz Franz Bibers „Fidicinium Sacro-Profanum“ folgen, lebendig musiziert von Nils Ahlbrecht und Ulrich Gieseke (Barockviolinen), Katharina Hippert (Barockviola), Verena Kronseder (Viola da Gamba), Ricarda Roelcke (Barockcello), Matthias Nagel (Violone) sowie Thomas Hartmann (Cembalo). In diese frühbarocke Musik mit ihren kleinteiligen, noch von keinen Formzwängen gebändigten Wechseln schneller und langsamer Teile muss man sich erst einhören‚ ebenso in ein Klangbild, das insgesamt dunkel grundiert ist, woraus sich nur die beiden, oft recht bewegten Violinstimmen heller herauszeichnen. Aber schon bald entdeckt man die Reize dieser Musik, die einmal in F-Dur frühlingsfrisch daherkommt, einmal, in h-Moll, eher Lamento-Töne anschlägt. Das aus Sándor Galgóczi und Ekaterina Reshetnyak (Violinen), Daniela Pletschacher (Viola) und Johannes Klier (Violoncello) bestehende „Dalberg-Quartett“ präsentiert den Zuhörern zum Schluss Alexander Borodins D-Dur-Streichquartett. Melodieselig im Vollklang oder im Solo zu duftiger Pizzicato-Begleitung musizieren die Vier den Kopfsatz, leichtfüßig beginnend und dann zu schmachtenden Walzertönen wechselnd das Scherzo. Zum Ohrwurm wird das „Notturno“ mit seinem russisch getönten Cello-Melos, das die erste Violine schmelzend hell beantwortet, während das Finale mit seinen Wechseln zwischen vorwärtstreibendem Vivace und fragenden Unisono-Gebärden rätselhaft wirkt. Danach noch eine Zugabe: Schuberts c-Moll-Quartettsatz zum Trost für all jene, die die ursprünglich geplante Darbietung von dessen Streichquintett vermissten.

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