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Kultur
Dienstag, 22. Mai 2018 27° 3

Comedy

Luke Mockridge ist immer wieder lucky

Luke Mockridge nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der neunziger Jahre. 4000 Fans sind begeistert.
Von Angelika Lukesch

Direkte Ansprache ans Publikum: Luke Mockridge in der Donau-Arena Foto: Jens Niering

Regensburg.Lucky Luke Mockridge hat die Regensburger Donau-Arena zum zweiten Mal mit dem Programm „Lucky Luke“ bis auf den letzten Platz gefüllt. Das allein spricht für den großen Erfolg des nahezu 30-jährigen Comedians, der die Generation der neunziger Jahre begeistert wie kein zweiter.

Bereits seit April 2017 tourt Mockridge und füllt die Arenen scheinbar mühelos. Auch in Regensburg strömten die Fans. Das Publikum war durchweg jung, zwischen 18 und 30 Jahren, eben genau Luke Mockridges Zielpublikum. Die Themen seines Programms scheinen begrenzt, doch die Aufarbeitung gelingt dem Entertainer überraschend vielfältig, indem er immer wieder die Perspektiven wechselt und sein Publikum durch direkte Ansprache mühelos mitnimmt.

„Die Millennials sind wie der Trump, der auf Obama folgte.“

Luke Mockridge über den Generationswechsel

Mockridges Interesse gilt vor allem den neunziger Jahren, „unserer Jugend und Kindheit“, der „coolsten Generation“ von allen. „Die Millennials sind wie der Trump, der auf Obama folgte“, lautet seine gnadenlose Einschätzung. Außerdem liebt Mockridge die Musik. Es ist mehr als offensichtlich, dass der Sohn des Kabarettisten Bill Mockridge und der italienischen Schauspielerin Margie Kinsky mindestens genauso gerne als Rockmusiker auf der Bühne stehen würde, wie er es jetzt als Entertainer und Comedian tut.

My happy place! #luckyman

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Durch sein ganzes Programm zieht sich die Musik wie ein roter Faden – und seien es nur Kinderlieder wie „Hänschen klein“, die er auf facettenreiche Weise immer wieder neu interpretiert und dabei sehr talentiert bekannte Sänger und Rockstars imitiert.

Unerfüllte Träume

Wie die wirklich guten Comedians laufen bei Luke Mockridge einige Running Gags durch das ganze Programm. Der Text „Never stop dreaming“ erscheint während des ganzen Abends immer wieder und sei es nur in Zusammenhang mit den unerfüllten Träumen eines 14-jährigen pubertären Jungens mit Zahnspange, der nichts anderes will als Sex. Mit dem zwölfjährigen Mario in der ersten Reihe schließt Mockridge gleich zu Beginn seiner Show Bekanntschaft. Mario wird im Laufe der Show immer wieder Schoko-Bonbons erhalten – und zwar genau jedes Mal, wenn Mockridge über Sex spricht oder diesen andeutet. Es ist sehr erfreulich, dass Luke Mockridges Gags ohne Ausflüge in den Hosentürl-Humor auskommen. Zwar wird das eine oder andere angedeutet, aber sehr dezent.

Mockridges Stärke ist die Karikatur. Schauspielerisch sehr begabt beschreibt er die unterschiedlichen Stufen der Betrunkenheit bei Männern und Frauen und ahmt die einzelnen Stereotype sehr treffsicher und komisch nach. Es ist dem Comedian anzusehen, dass er hier in seinem Element ist. Wären seine Karikaturen von Menschen, von Männern und Frauen, Zeichnungen, so würde man sagen, dass sein Bleistift sehr spitz ist und das Wesentliche der karikierten Personen aufs Beste trifft. Burschen und Mädels und wie unterschiedlich sie sind, das gehört zur Mockridges Themen ebenso wie die Beschreibungen seiner Kindheit und seiner fünf Brüder.

Immer wieder blitzen neben den harmlosen Alltagsthemen auch politische Spitzen heraus. Die AfD bezeichnet Mockridge als „gehirnlose Zombies“ und in Donald Trumps Kopf herrsche eine unendliche Leere.

„Ich bin alt!“

Mockridges großes Thema sind jedoch die neunziger Jahre. „Ich werde jetzt bald 30. Ich bin alt!“, ruft Luke Mockridge seinem Publikum zu und erinnert sich mit allen anderen, die in den Neunzigern geboren wurden, an die Gummibärenbande, an das Tamagotchi und an geeiste Fruchtzwerge. Als jedoch das Internet gekommen sei, habe man leider „die Fantasie an der Rezeption“ abgegeben.

Ehe der Comedian von der Bühne abtrat und als Musiker wiederkehrte, appellierte er an sein Publikum, sich nicht den sozialen Medien zu ergeben, sondern authentisch zu bleiben. Das Ende der Show wurde zu einer musikalischen Verneigung vor den Neunzigern. „Barbie Girl“ erklingt vielstimmig, und das Lied der Gummibärenbande wird zum vereinigenden Song der enthusiastischen Fans.

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