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Chormusik

Männerchor betört mit Romantik

Das Renner Ensemble stellt seine neue CD mit Werken Franz Schuberts vor.
Von Andreas Meixner

Das Renner Ensemble weiß mehrstimmig zu glänzen. Foto: Simon Zaus
Das Renner Ensemble weiß mehrstimmig zu glänzen. Foto: Simon Zaus

Regensburg.Mit seinen klein besetzten und kurzen mehrstimmigen Gesängen traf Franz Schubert den Puls der Zeit. Die Entfaltung des aufstrebenden Bürgertums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trug die Musik von den privilegierten Kirchen und Adelshäusern hinaus in eine Gesellschaft, die sich kulturell neu formierte.

Dazu gehörte das gemeinsame Musizieren im kleinen Kreis genauso wie die vielen Gründungen von Musikvereinen und Chorvereinigungen, Schubert selbst pflegte in seinen Schubertiaden die musikalische, aber auch gesellschaftliche Zusammenkunft. Das Renner Ensemble hat sich vor fast 25 Jahren mit Schuberts A-cappella-Werken auf CD befasst, mit dem neuen Tonträger konzentriert man sich jetzt ausschließlich auf die Werke mit Klavierbegleitung. Hans Pritschet, nunmehr fast zehn Jahre Leiter des renommierten und vielfach ausgezeichneten Männerchors, konnte nicht nur mit Franz Vitzthum und Maximilian Schmitt zwei ehemalige und mittlerweile international gefeierte Ensemblemitglieder für die solistischen Partien gewinnen, sondern es gelang ihm auch, mit Gerold Huber einen der weltweit führenden Liedbegleiter für die Einspielung zu begeistern. Was hier in Summe zusammenwirkt, erweist sich in knapp 70 Minuten Spieldauer als Idealbesetzung. Betörend beginnt es mit dem „Ständchen“, Franz Vitzthums schwebende Counterstimme korrespondiert überirdisch schön und zärtlich im Wechselspiel des Tuttichors, magisch tupft Gerold Huber die Harmonie darunter, führt markant den Chor an der Hand, ohne aufdringlich werden zu wollen. Die innigliche, symbiotische Verbindung des Begleiters zu den Sängern trägt durch alle Werke. Hans Pritschet kann sich auf die Grundierung und Führung durch den Meister am Flügel verlassen, konzentriert sich im Dirigat voll und ganz auf seine enorme deklamatorische Feinarbeit und dynamische Detailversessenheit, die auch die weniger attraktiven Stücke zum Leuchten bringen.

Maximilian Schmitt veredelt mit ganzer Kraft seiner lyrischen Stimme den „Mondenschein“ und „die Allmacht“, schmiegt sich in Könnerschaft und traumwandlerischer Stimmführung an den Chorklang. Das Renner Ensemble besticht vor allem im Piano und Mezzoforte mit einer edlen und kompakten Klanglichkeit, gepaart mit einer flexiblen und ebenso eleganten Technik, die dem typischen Männerchorklang eine Elastizität und Leichtigkeit verleiht, nicht ohne jedoch bei Bedarf ordentlich zupacken zu können. Das alles kommt der Musik Schuberts zugute. Die CD wird so zu einer neuen Referenzeinspielung.

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